Maulfaulheit – das träge Mundwerk! – 2. Teil
von Heike Eberle
Erinnern Sie sich noch an meinen 1. Teil des Blogartikels “Maulfaulheit – das träge Mundwerk?” Dort habe ich beschrieben, wann es zu maulfaulen Situtionen kommen kann und wie das im Außen wirkt. Ich finde es respektlos sich maulfaul zu geben, wenn es situationsgerecht erwartet oder sogar gefordert wird. Maulfaule Menschen wirken auf mich wie “Kotzbären”. Unsympathisch, unfreundlich und inkompetent.
Und maulfaule Menschen bringen einem Selbst in Ekstase. Ich denke oft “Warum kann der jetzt nicht seinen Mund aufmachen?” und ärgere mich tierisch auf, wenn mir Informationen vorenthalten werden.
Früher war es noch schlimmer . Da habe ich mich total geärgert als ich in einen Raum eintrat, in der die Mitarbeiter ein reges Gespräch führten und plötzlich das Gespräch wie ein Faden abriß. Ich war wütend und nahm es so persönlich: “Was haben die jetzt wieder zu verheimlichen”.
Heute weiß ich, dass die Mitarbeiter mit meinem Auftreten nicht umzugehen wussten. Chefin kommt rein, also ganz ruhig verhalten. Und mittlerweile haben auch die Mitarbeiter gelernt, dass sie sich vor der “Chefin” nicht verstellen müssen. Die ist ganz normal, ein Mensch wie Du und ich.
Der Weg zu einem vernünftigen kommunikativen Miteinander ist manchmal kein wirklich einfacher. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute eine selbst erlebte Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die aufzeigt, wie sich das kommunikative Verhalten durch Bewusstseinseins- und Wahrnehmungsprozesse positiv verändern kann.
Vorher: Die “Nichts-Leerphrase” löst ein frostiges Klima aus
Ein Mitarbeiter sucht das Gespräch mit seinem Chef, er benötigt seine Hilfe. Er trällert vor sich hin. Frohgelaunt klopft er an der Cheftür, hört ein brummeliges „Herein”. Er spürt und sieht: Mit dem Chef stimmt etwas nicht. Negativer Gesichtsausdruck, hängende Schulter. Er fragt „Ist alles klar bei Ihnen?”. Missmutig stammelt der Chef nur heraus: „Es ist Nichts”. Der Mitarbeiter verlässt ungläubig und sauer das Chefzimmer. Was ist passiert?
Die Mitarbeiter-Brille
Der Mitarbeiter erkennt anhand der Chefgestik, dass etwas nicht in Ordnung ist. Er möchte dem Chef helfen. Der aber wimmelt ihn lediglich mit der harschen Antwort „Nichts” ab.
Dieses „Nichts” erwürgt das weitere Gespräch. Der Mitarbeiter fühlt sich nicht angenommen. Seine gute Stimmung verkehrt ins Gegenteil. Er geht missmutig an seinen Arbeitsplatz. Die Gedanken hängen immer noch an der Begegnung mit seinem Chef. Er nimmt blockiert und unkonzentriert seine Arbeit auf.
Die Chef-Brille
Der Chef, der mit sich nicht im Reinen scheint, hat ein negatives Erlebnis gehabt. Bestimmte Abläufe laufen nicht nach seiner Vorstellung. Der Ärger über die andere Sache ist noch nicht verflogen als der Mitarbeiter sein Zimmer betritt. Der Chef ist genervt, in ihm kocht es. Außer dem „Nichts” sprudelt nichts aus ihm heraus. Im Nachgang bereut er es. Auch er hängt unnötigerweise gedanklich an dieser blöden Gesprächssituation.
Nach der Schulung der kommunikativen Fähigkeiten verbessert sich das Miteinander.
Gleiches Szenario wie vorher. Der entscheidende Unterschied liegt in der klaren Gesprächsführung.
Der Mitarbeiter überhört das „Nichts” und fragt konkret nach „Ist eben was schief gelaufen, kann ich Ihnen helfen?” Der Chef hadert noch etwas, aber antwortet mit fester und klarer Stimme: „Gerne würde ich mit Ihnen Näheres besprechen, aber ich bin momentan in keiner guten Verfassung, kommen Sie doch bitte in einer Stunde wieder. Passt das bei Ihnen?”
Oder alternativ: Der Chef fängt mühsam an über seinen Ärger zu sprechen. Er überwindet seine Sprechbarriere, kommt immer besser ins Gespräch und kann dadurch seinen Ärger loslassen.
Erkenntnis:
Ärger, Wut und Zorn fressen einem auf. Er behindert einen, aus sich herauszugehen. Man fällt in sich zusammen. Überwindet man diese Phase, wird man regelrecht belohnt: Über das Sprechen wird eine positive Grundstimmung hergestellt. Das Miteinander wird spürbar freundlicher und verwandelt sich in eine angenehme Atmosphäre. Was Besseres kann einem doch nicht widerfahren oder?
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Liebe Heike, wenn Du solche Probleme mit redefaulen Kotzbären hast, würde ich Dir “The Work” auf dieser Internetseite empfehlen.
Schöne Grüße
Maria