Hallo, hier bin ich!

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von Heike Eberle
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Geht es Ihnen nicht auch manchmal so, dass Sie einen dicken Hals schieben, wenn Ihnen jemand über den Weg läuft, der sie kennt, aber nicht grüßt?

Im Grunde empfinde ich das als bodenlose Frechheit, als Mißbilligung meiner Person.

Gerade vor ein paar Tagen ist es wieder passiert. Ich begegne einer Bekannten,  rein zufällig auf dem Marktplatz. Sie bringt noch nicht einmal ein “hallo” über ihre Lippen, obwohl sie mich Hundert pro erkannt haben muss, denn mehrere Sekunden durchströmten ihre neugierigen Blicke meinen Körper.

In solchen Situationen könnte mir der Kragen platzen. Ich fühle mich schlecht, gar verletzt.

Und wissen Sie, woran das liegt? Es liegt daran, dass wir schlicht und einfach nicht wahrgenommen werden. Wir werden einfach übersehen und das erzeugt in uns ein unbefriedigendes Gefühl.

Ich frage mich, was diese Mitmenschen so ignorant erscheinen lässt?

- Ich vermute zum einen, dass das einen ganz lapidaren Grund haben mag.  Sie sind entweder mit dem falschen Fuße aufgestanden und daher nur mies drauf. So gelingt es ihnen auch nicht, ihre Sprechwerkzeuge sinnvoll einzusetzen.

Ist es aber nicht zuviel verlangt, nur einfach ein freundliches Hallo zu rufen?

- Zum anderen vermute ich, diese Menschen möchten in diesem Moment ihre Macht demonstrieren. Sie wollen mit ihrer herablassenden Art, nicht zu grüßen, beweisen, wer der Herr im Ring ist. Noch schlimmer, sie erklären: Ich bin okay – du bist nicht okay!

Wirkt dieses Mac
htspiel nicht eher hilf- bzw.machtlos, weil man im Grunde unfähig ist, seine “Maulsperre” aufzuheben?

Es gibt sicherlich noch weitere Erklärungsansätze. Lassen wir es bei diesen beiden. Fakt ist, diese Verhaltensweise verkörpert keine wertschätzende menschenfreundliche Haltung. Der menschliche Umgang wird nachhaltig gestört. Eine wortmagere Begegung schwingt immer in der nächsten Begegnung nach. Der Nicht-Begrüßte zahlt es dem Nicht-Grüßenden auf irgend eine Art und Weise heim. Getreu dem Motto: So Du mir, so ich Dir!

Ist es nicht jammerschade, dass nur eine kleine Handlung, in unserem Fall ein ausgebliebe
ner Gruß, einen unheilvollen Weg nehmen könnte?

Lassen Sie es nicht so weit kommen. Schieben Sie einen Riegel vor eine solche Entwicklung, in dem Sie aktiv werden. Wenn Sie verspüren, dass ein ausbleibender Gruß Ihr Selbstwert verletzt, dann sollten Sie auf Ihr Gegenüber offen zu gehen. “Hallo, hier bin ich. Schön Sie zu sehen.” Mit diesen Worten leiten Sie möglicherweise ein anregendes Gespräch ein, das Gegenüber hat keine Chance sich in seinem Schneckenhaus zu verkriechen, Sie fordern ihn zu einer netten Kommunikation auf. Was wollen Sie mehr?

Grundsätzlich plädiere ich dafür, dass wir Menschen wertschätzender und freundlicher miteinander umgehen mögen. Deshalb möchte ich auch an Sie appellieren, seien Sie, auch wenn es Ihnen manchmal schwer fällt, nett zu Ihrer Umwelt. Sehen Sie sich nicht als Opfer, sondern bewegen Sie sich auf die Menschen zu. Das bereitet den Boden für eine gute und heile Beziehung. Denn alles, wonach wir Menschen uns sehnen ist die Anerkennung durch unsere Mitmenschen. Und dies geschieht im Wahrnehmen und Kommunizieren. 

Die Autorin Heike Eberle legt großen Wert auf eine kluge wertschätzende Kommunikation. Sie auch? Nähere Infos unter www.klug-managen.de bzw. www.beziehungsdreh.de oder auch direkt über den heißen Draht, Tel. 06341-955510.

 


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  1. Hallo Heike,

    Etwas spät komme ich dazu, Deinen Beitrag zu lesen, ich möchte Dir dazu 2 Dinge sagen: Ich glaube, selbst ein respektvoller Erdenbürger zu sein Ich lege bei mir sich und meinen Kindern sehr viel Wert darauf, sozial und respektvoll zu sein. Trotzdem kann es passieren, dass ich morgens mal durch einen meiner Mitarbeiter “hindurchsehe”, obwohl er mich freundlich grüsst! … Ups, … wenn ich es realisiere, entschuldige ich mich, denn es war keine böse Absicht, denn mein Denken war so voll von etwas anderem, dass ich nicht in dieser Realität gewesen bin. Also, … nicht sein Problem sondern meines.

    Nun zum zweiten Beispiel:
    Wir haben ein hübsches Haus am Rande des Dorfes an einem Hügel. Ich arbeite des öfteren im Gemüsegarten, an dem Strässchen, das den Hügel hinaufführt. Regelmässig läuft ein alter Mann sehr gemächlich an mir vorbei, manchmal nur in 2 bis 3 Meter Abstand. Ich habe ihm schon zig Mal guten Tag gewünscht, noch nie einen Ton zurück !! Anfänglich bin ich etwas zornig, doch nachher fasse ich einen Entschluss: Eines Tages wirst DU mich grüssen !! Und wieder, der Mann kommt gemächlich den Berg hinauf, er schaut auf die Strasse und auf seine Schritte. Ich grüsse ihn, doch keine Reaktion. Ich grüsse ihn nochmals, diesmal betont laut. Und siehe da, er hält inne, schaut auf und grüsst mich freundlich. Als wir einige Worte wechseln fällt es mir wie Schuppen von den Augen; der Mann ist schwerhörig !! Was bin ich für ein Trottel. Wir sprechen einige Minuten über Gott und die Welt. Von diesem Tag an, suchte er mich förmlich bei seinen Spaziergängen, wenn er an unserem Haus vorbeiging.

    Ich habe gelernt, nicht mehr zu werten, be- und verurteilen wenn ich kein Echo höre, sondern ich frage mich, wo wohl das Problem liegen könnte. Darum finde ich Deinen Tip, aktiv zu werden, so wertvoll. Wichtig scheint mir, aktiv zu werden, bevor wir negative Emotionen entwickeln. So kommt eine faire gute Kommunikation zustande.

    Alles Gute und eine frohe Weihnachtszeit.

  2. Hallo lieber Kommentierender,

    klingt etwas befremdlich, aber leider haben Sie/Du keinen Namen für die direke Ansprache hinterlassen.
    Ich werde mich für die Du-Ansprache, so wie Du es auch gemacht hast, entscheiden.

    So, erstmal vielen Dank für den wertvollen Beitrag. An Deinem Beispiel mit dem älteren Spaziergänger sieht man sehr schön, dass Eigen- und Fremdbild auseinander klaffen können.

    Hättest Du jemals im Traum gedacht, dass dieser alte Mann schwerhörig sein könnte? Nein, als erstes war die Reaktion: Warte nur, Dich kriege ich noch! Und dann kam es ganz anders, Du wurdest eines Besseren belehrt, weil Du vorschnell bewertest hast. Ein wirklich bezeichnendes Beispiel dafür, dass wir die Wirklichkeit so sehen, wie wir sie sehen wollen.

    Und Dein Beispiel in der Chefrolle ist ebenso plakativ. Wie oft geht es einem Chef genauso, dass er einen Mitarbeiter übersieht, weil er gerade gedanken- und problemversunken ist. Mitarbeiter denken dann: Mensch ist der Chef heute wieder brummig und achtlos. Haben wir das verdient? In diesem Fall sorgst Du für eine negative Bewertung bei Deinen Arbeitnehmern. Genau in diesem Falle solltest Du künftig vorsorgen und Dich in Deiner Achtsamkeit üben! Das fördert das Miteinander im Betrieb, denn Arbeitnehmer tuscheln gerne: Haste wieder gesehen, unser Chef, der ist heut gar nicht gut drauf, der redet nicht mit uns!

    Alles Liebe und gesegnete Vorweihnachtszeit,
    Heike

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