Geben, was man will
So lautet der Titel von einer der Mails aus dem “28 Tage Transformer” des coach-your-self Kurses.In dem Mail lade ich die Teilnehmenden ein, etwas, das sie sich selbst wünschen, jemand anderem zukommen zu lassen.Wer sich mehr Selbstwertgefühle wünscht, lobt heute jemanden (ehrlich, und bewusst). Wer mehr Geld verdienen möchte, lässt heute jemanden Geld zukommen.Hier nun zwei Geschichten, die mich ziemlich verblüfft haben. Aus dem echten Leben natürlich…Während der Werbephase für den coach-your-self Kurs merkte ich, dass ich noch ein weiteres “Schmankerl” brauchte. Sprich: Einen Appetithappen, den ich über die virtuelle Theke reichen konnte, um zu zeigen, was der Kurs zu bieten hatte.Nun hatte ich partout keine Zeit mehr, so einen Schmankerl noch mal nachträglich zu produzieren. Obendrein war ich mit den Teilnehmenden der Pilotgruppe übereingekommen, dass ich die Live-Aufzeichnungen der Coachings nur innerhalb des Kurses verwenden durfte. (Unsere Abmachung war: Die Teilnehmenden können kostenlos mitmachen. Dafür bekomme ich das Recht, die Aufzeichnungen zu verwenden.)Was tun?Einen Morgen später erwachte ich und schaute noch einmal in den Kurs. Es gab eine Lektion, die sich geradezu für ein Schmankerl anbot.Und einer Eingebung folgend schrieb ich die Teilnehmerin an, ob ich nicht doch den Auszug verwenden dürfte.Keine Stunde später bekam ich postwendend eine Antwort:
Ok. Das ist aber noch nicht alles.Seit rund anderthalb Jahren co-coache ich mich mit einem sehr netten Menschen, der “eigentlich” eine Mitbewerber-Seite betreibt. Wir beide sehen das aber überhaupt nicht eng, und so unterstützen wir uns gegenseitig, wie wir können und wollen. Dieser nette Mensch, nennen wir ihn mal “A” co-coacht sich noch mit einem anderen Seitenbetreiber, für den ich schon die eine oder andere Anwendung entwickelt habe. Nennen wir den mal “B”.Eines Samstags (etwa vor vier Wochen) saß ich im Büro und stellte die letzten Bausteine des Kurses zusammen. Und während dessen fragte ich mich immer wieder, ob der Kurs nun erfolgreich laufen würde oder nicht (Die Antwort heute lautet: Ja! Aber damals hing ich deswegen in der Luft).Mitten in der Arbeit klingelte das Telefon, und “B” war dran. Er habe gerade an mich gedacht und wollte wissen, wie weit ich mit meinem Produkt sei.Er nahm sich Zeit, sich alles anzusehen, und gab mir sehr wertvolles Feedback, was er an dem Kurs mochte, was ich besser machen konnte und wie ich die Informationen über den Kurs verbessern könnte.Das waren wertvolle und im Grunde nicht bezahlbare Ratschläge.Und während dessen sagte er mir: “Weißt Du, Martin, ich hatte irgendwie den Drang, Dich jetzt zu unterstützen, weil mich gerade “A” bei einer meiner eigenen Sachen unterstützt hat.”Das hat mich, wie Sie sich vorstellen können, ziemlich berührt.Einige Wochen später sandte mir B eine Mail von einem anderem Menschen. Als ich die Mail las, dachte ich sofort: Dem hilfst Du!Es dauerte nicht einmal einen Tag, bis ich diese Antwort erhielt.
Zufall?Vermutlich.Aber doch: Bedenkenswert.Darum meine Frage an Sie: Was wünschen Sie sich?Und wem können Sie genau das heute geben?
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Hm, Martin, ich kann das ja sehr gut nachvollziehen…Und doch, es bleibt eine Frage in mir bestehen: Ist die Verknüpfung der Tat, also das Geben, mit dem innigen Wunsch noch selbstloses Tun? Müßte nicht zunächst der Wunsch, der ja Erfüllung will, transmutiert werden?
Mir kommt es jedenfalls immer wieder so vor, als wenn sich der Fluß der Dinge / des Lebens erst einstellt, wenn ich vom brennenden Wunsch loskomme und doch an seine Erfüllung glaube. Uff, ist ein bisserl komplex und schwer in Sprache zu bringen.
Beste Grüße
Michael
Hi Michael,
ich glaube, in allen Fällen war es so, dass es zwar Wünsche gab. Aber keine festen Vorstellungen, wie und von wem die erfüllt werden.
Da war jetzt eher “nur” einfach ein Geben. Vom einem zum anderen.
Was das loskommen vom brennenden Wunsch angeht, stimme ich Dir einerseits zu. Anderseits auch nicht.
Ich glaube, ein Wunsch darf “brennen”. Aber nicht in der Art, dass er sich “so” und nicht anders realisiert.
Wenn ich mir wünsche, Unterstützung von jemand ganz bestimmtes in einer von mir definierten Form zu erhalten, dann kann das funktionieren. Muss aber nicht. Ganz im Gegenteil: Weil ich es nur “os” und nicht anders wünsche, sehe ich die vielen anderen Optionen gar nicht.
Deswegen ist es besser, diese spezifische Ausprägung loszulassen. Weil sonst kein Raum für was Neues da ist.
Aber die Kernintention, die darf ruhig ein bisschen lodern.
Meint….
… Martin