Tiefenwirkung!
Viele Selbstcoachingwerkzeuge, die ich im Laufe der Zeit kennen gelernt habe, konnzentrieren sich auf ein ganz bestimmtes, eng eingegrenztes Thema. Die Coachingmethode “Tiefenwirkung” ist da anders.
“Tiefenwirkung” hilft einem, im wahrsten Sinne des Wortes bei einem Problem in die Tiefe zu gehen und die Herausforderung im Kern zu lösen – mit dem Resultat, dass sich nicht nur ein Thema, sondern oft ein ganzer Lebensbereich ändert.
So geschehen bei einer Teilnehmerin, die ich vor kurzem coachte. Sie hatte Probleme, sich selbst zu motivieren. Manchmal mochte sie morgens schon nicht mehr aufstehen. Mit dem Prozess “Tiefenwirkung” haben wir die tiefere Ursache analysiert, den Schlüssel gefunden – und die Tür zu einer neuen Veränderung aufgeschlossen.
“Tiefenwirkung” bedient sich dabei einem wichtigen Denkwerkzeug des Geistes, wie Vera F. Birkenbihl so trefflich festgestellt hat: Metaphern.
Eine Metapher ist der Versuch, einen Sachverhalt durch einen anderen zu verstehen.
Beispiel: Liebe.
Für kaum einen „Sachverhalt“ gibt es so viele unterschiedliche Erklärungsansätze: „Die Liebe ist wie eine Droge“ sang einst Roxy Music.„Liebe ist ein Schlachtfeld“, meinte dagegen Pat Benatar.
„Die Liebe ist eine Rose“, wäre dagegen wäre eine eher blumige Variante.
Was auf den ersten Blick wie Wortspielerei aussieht, hat häufig jedoch einen tiefen Einfluss auf unsere Gedanken und Gefühle.
Himmel und Hölle
Jede Metapher birgt einen Idealzustand (Himmel) und sein denkbar schlechtes Gegenteil (Hölle) in sich.
Wenn die Liebe eine Droge ist, dann besteht der Himmel darin, einen Schuss zu bekommen und berauscht zu sein. Die Hölle wäre, wenn man wieder nüchtern wird, feststellt, dass die Droge aufgebraucht ist und man nun Gefahr läuft, einen Entzug zu erleiden.
Wenn die Liebe dagegen ein Schlachtfeld ist, dann wäre der Himmel „Frieden“ oder zumindest ein Waffenstillstand. Die Hölle dagegen ist ein (Rosen-)Krieg, in dem man verletzt werden und als Verlierer zurückbleiben kann.
Wenn die Liebe jedoch eine Rose ist, dann ist der Himmel ein Aufblühen. Und die Hölle ein Verwelken der Liebe.
Regeln
Diese unterschiedlichen Interpretationen können einen großen Einfluss auf unser Verhalten haben.
Nehmen wir mal an, es tauchen in einer Liebesbeziehung Unstimmigkeiten auf: Wie reagiert man darauf?
Jemand, der Liebe als Schlachtfeld ansieht, wird vermutlich schnell die Waffen zücken. Schließlich will man ja nicht als Verlierer enden.
Jemand der Liebe als eine Droge erlebt, wird vielleicht eher mit Sorgen und Zweifeln reagieren: Was, wenn mein „Dealer“ nicht mehr liefert und ich unter Liebeskummer leidet?
Der Rosen-Liebhaber würde vielleicht sich eher fragen, womit er die Beziehung „düngen“ oder „bewässern“ kann. Vielleicht mit einer Portion Mitgefühl oder guter Laune?
Drei Metaphern, drei unterschiedliche Regelwerke, wie man sich verhält.
Denken. Fühlen. Handeln.
So gesehen beeinflussen unsere Metaphern auf unsichtbare, aber tiefgreifende Weise unsere Gedanken und Gefühle, aus denen heraus wir Entscheidungen treffen, wie wir handeln oder eben auch nicht handeln.
Das Ergebnis dieser Handlungen erleben wir in unserem Umfeld. Entweder als Erfolg. Oder als Problem.
Wollen wir letzteres ändern, lohnt es sich, zu den „Wurzeln“ zurückzugehen und dort unten, tief in der Erde, den Ursprung unserer Situation zu verändern.
Genau das leistet der Prozess „Tiefenwirkung“.
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