Schwere Entscheidung: festhalten oder loslassen?

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Von Grazia Rinallo  (www.grazia-rinallo.de)

Vor anderthalb Jahren habe ich einen weitreichenden Entschluss gefasst. Ich habe einen solchen Schritt gewagt, von dem ich bis kurz davor dachte, dass ich so etwas nie tun würde. Meine feste, sichere Anstellung habe ich aufgegeben, um mich selbständig zu machen…

Mir war meine finanzielle Sicherheit schon immer sehr wichtig und damit also mein sicheres monatliches Einkommen. Aber seit einiger Zeit drängte sich mir öfter der Gedanke auf, ob ich das, was ich beruflich tat, genau so weiter machen wollte – oder zumindest bis wann?

Und jedes mal kam zusammen mit dieser leisen Frage die fast unmittelbare Antwort: „Nein, sicher nicht!“

Nicht, dass ich meinen Job nicht geliebt hätte! Ich arbeitete in einer pädagogischen Einrichtung mit einem erfolgreichem Team zusammen und bekam Anerkennung für meinen Einsatz sowohl von den Vorgesetzten, als auch von den Eltern der Kinder. Auch die Kinder selbst spiegelten ungelogen ihre Zufriedenheit.

Man könnte sagen, dass ich mich auf dem Höhepunkt meiner beruflichen Karriere befand.

Mittlerweile aber hatte ich mich weiter…entwickelt.

Und dann war da noch dieser Wunsch nach Veränderung und nach einer neuen Herausforderung.

Neugierig auf „Neues“ war ich schon immer, andererseits hang an der Einrichtung ein großer Teil meines Lebens und meiner Arbeit.

Und bei aller Neugier, war da noch immer mein großes Bedürfnis nach Sicherheit!

Es war an der Zeit, Prioritäten zu setzen….

Wenn ich eine Praxis langsam aufbauen sollte, so wollte ich aber auf jeden Fall noch ein bisschen von der Sicherheit der festen Anstellung behalten. Ich überlegte mir, was für alle Beteiligten realistisch sein könnte und hatte auch schon eine Lösungsidee in petto – die Chancen, dass diese Strategie angenommen würde, waren sehr gering aber ich wollte es zumindest probieren.

Dennoch sah ich mich gezwungen einen Schritt weiter zu denken und zu entscheiden:
„Was werde ich tun, wenn mein Lösungsvorschlag abgelehnt wird? Könnte ich auf meine Selbständigkeit verzichten?“
Weil ich den „Gedanken“ der eigenen Praxis nicht mehr „zurückdrehen“ konnte, und mir das immer mehr wünschte, musste ich mich innerlich vorbereiten, die alte Stelle eventuell ganz aufzugeben.

…was dann Geschah:
Ich bat die Leitung der Einrichtung, in der ich bisher fest eingestellt war, um einen Termin: an diesem Tag trug ich meinen Lösungsansatz vor und… kündigte.

Es stand leider fest, dass meine Stelle nicht gekürzt werden konnte. Leitung und Vorstand waren traurig über meine Kündigung, unterstützen mich aber moralisch bei meinem mutigen Schritt, da sie meine innere Berufung gut nachvollziehen konnten.

Ob mutig oder leichtsinnig, ich hatte mich nun ganz für meinen Weg der Selbständigkeit entschieden und verabschiedete mich innerlich ruhig und ohne hadern.

Was aber dann passierte, finde ich bis heute unglaublich!
Wenige Zeit später kam die Leiterin der Einrichtung doch mit einem Angebot: “Hättest du Interesse an einer Stundenreduzierung auf ca. 8-10 Stunden?“

Eine gruppenübergreifende Stelle die wenige Monate später auslaufen sollte, hätte vielleicht doch noch mal besetzen werden können, wenn ich zusagen würde.

Es wurde mir angeboten genau den Teil meiner Arbeit weiterzuführen – nach dem Ansatz der Reggio-Pädagogik, den ich vertrete und als „meinen“ erachte!

Fazit: Was du loslässt, kommt zu dir zurück!
Ich bekam dadurch eine gewisse finanzielle Absicherung und hatte plötzlich noch sehr viel Spielraum mir meine eigene Praxis und Angebote aufzubauen!

Heute kann ich mir meine Stunden in der Einrichtung flexibel einteilen und mich auf die Arbeit in meiner eigenen Praxis konzentrieren. Meine Wünsche haben sich damit mehr als erfüllt!

Habe ich einfach nur Glück gehabt?
Oder hat mich das Leben mal wieder für meinen Mut und meine Entschlossenheit belohnt?

Wie sehen Sie das? …und haben Sie schon ähnliches erlebt?


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