Warum ich Quest aufgebe…

0 Beiträge

Selten habe ich mich so über Proteste gefreut wie vor 14 Tagen.

Der Anlass: Eine Mitteilung an alle Teilnehmenden sowie Lesern und Leserinnen von Quest, in der ich bekannt gab, dass ich jetzt Mitte Juli mein letztes Quest-Seminar gebe. (Und für alle, denen Quest nichts sagt: In diesem Seminar, Buch und Onlinekurs geht es darum, den eigenen Lebenssinn, die eigene Berufung, die eigene Bestimmung zu finden.)

“Wie kannst Du nur so etwas Schönes wie Quest aufgeben?”, schrieb mir ein Teilnehmer aus Berlin.

Andere wiederum berichteten mir, was Quest ihnen gegeben hatte. Zum Beispiel: “Ich habe Quest im letzten Sommer anhand des Buches durchgearbeitet… Ich werde ab Juli meinen (lange still) gehegten Traum in die Tat umsetzen und eine sozialpädagogische Lebensgemeinschaft für vier Kinder gründen – sozusagen ein sehr familiäres Kleinstheim für Kinder, die langfristig nicht bei ihren Eltern leben können. Ein großes Wagnis, allein aufgrund der dauerhaften Verfügbarkeit und der enormen Nähe. Aber es ist eben mein Traum, und ich bin überglücklich, dass es jetzt losgeht….”

Ein weiterer Teilnehmer sandte mir gar ein Buch, dass er – auch durch Quest inspiriert  – verfasst und veröffentlicht hatte. Und eine Teilnehmerin aus Berlin hatte gerade im Juni ihr “Coachinggeschäft” (ein Ladenlokal für ihr Coaching) in Berlin eröffnet.

Um es an dieser Stelle klar zu sagen: Ich liebe Quest. Nach wie vor.

Quest ist für mich eine spannende, faszinierende Methode, mit der man herausfinden kann, wo man in seinem Leben steht – und wo die Reise hingeht.

Das ist jedoch nicht mein Verdienst.

Sondern der von Joseph Campbell – seines Zeichens Literaturwissenschaftler, der unzählige Mythen und Märchen verschiedenster Kulturkreise untersucht und dabei entdeckt hatte, dass im Grunde immer wieder ein und die gleiche Geschichte erzählt wird. Ganz egal zu welchem Zeitalter, und ganz egal in welchem Kulturkreis.

Es ist Campbells Arbeit, auf der Quest fußt. Und das besondere daran: Diese universale Geschichte, die Campbell herausgearbeitet hat, folgt einer Struktur, einem festen, klar definiertem Ablauf.

Und genau diese Struktur ist es, die eine Stärke von Quest ist. Man weiß genau, wo man im Prozess steht, es ist klar, was jetzt zu tun ist – und was darauf folgen wird.

Die Quest-Methode bietet quasi einen roten Faden, der – wenn man ihm folgt – zur eigenen Berufung, der eigenen Bestimmung, den eigenen Lebenszielen führt.

Und genau hier ist das Problem.

Als ich 2002 meine ersten Quest-Seminare zu geben begann, war ich mir ziemlich sicher, dass es nicht so einfach sein würde, dem “Ruf” auf die Spur zu kommen. Nicht zuletzt weil ich selbst mehrere Jahre mit mir um die Erkenntnis gerungen hatte. Darum war ich besonders froh, einen strukturierten Zugang gefunden zu haben.

Zu meinem Erstaunen erlebte ich jedoch immer wieder, dass es in vielen Fällen einfach war, die Bestimmung herauszufinden.

Der Grund: Im Innern der Teilnehmer gibt es eine Art “innere Instanz”, die genau Bescheid weiß, wohin die Reise geht und (!) die gehört werden möchte.

Es ist nicht so, dass sich diese “Instanz” sich irgendwo scheu versteckt. Im Gegenteil: Diese innere Stimme war (und ist) die ganze Zeit präsent, sie ruft beharrlich und kontinuierlich.

Und: Sie ist wie gesagt hochgradig daran interessiert, dass sie wahrgenommen und verstanden wird.

Ausgehend von dieser Erkenntnis, die sich von einem Quest-Seminar zum nächsten immer weiter verfestigte, begann ich mich immer öfter mit dieser “inneren Instanz” der Teinehmenden zu unterhalten. Wie genau, können Sie dem Coaching “Die innere Stimme” mit DJ Torsten entnehmen.

Und siehe da: Die innere Stimme entpuppte sich als eloquenter, wohlwollender und überaus weiser Gesprächspartner. Wenn ich wissen wollte, wohin die Reise gehen sollte – die innere Stimme konnte es mir darlegen. Wenn es darum ging, etwaige Blockaden auszumachen – die innere Stimme konnte sie benennen.

Sie ahnen es schon: Je mehr ich mich mit den inneren Stimmen meiner Teilnehmenden unterhielt, desto weniger folgte ich der vorgegebenen Struktur von Quest.

Es war ein bisschen, als ob ich für mich eine Abkürzung gefunden hätte.

Und so wich ich immer mehr vom ursprünglichen Quest-Format ab, bis ich schließlich gemerkt habe: Es geht auch ohne.

Was bedeutet das alles nun?

Erstens: Ich gebe noch ein Quest-Seminar als Abschluss. Zum Abschied nehmen. Und zum Feiern. Ein schöner und wichtiger Abschnitt geht zu Ende.

Zweitens: Ich habe erste Anfragen von Trainern erhalten, die Interesse haben, Quest zu lernen und als Lizenztrainer durchzuführen. Das finde ich sehr charmant. Wenn Sie sich als Trainer/in angesprochen fühlen, schreiben Sie mir doch bitte.

Vielleicht ist das ja der Neubeginn von etwas ganz Spannendem.


Lade Dir jetzt eine kostenlose Audio-Meditation herunter, mit der Du innerliche Blockaden, sowie negative Gefühle aller Art sanft und wirksam mildern und auflösen kannst.




Beitrag schreiben