Martin nimmt ab (2): Erleuchtungen eines Hausschweins

18 Beiträge

Ich wollte es kaum glauben, als ich heute morgen auf die Waage stieg. 0,8 Kilogramm weniger seit letzter Woche.

Aaaaaaber: Ich habe erstens noch gar nicht mit dem Abnehmen begonnen. Und sehr wahrscheinlich ist das Ganze den üblichen Fluktuationen zu schulden, die beim Wiegen halt auftreten.

Gefreut hat es mich dennoch, denn es erinnerte mich an etwas, was ich an Veränderung so sehr liebe: Die Zeichen des Fortschritts. Diese kleinen Beweise und Indizien, die sich überall zu zeigen beginnen, dass sich wirklich etwas zum Besseren tut.

Wenn man dran bleibt, natürlich. Und ich habe wie gesagt noch nicht mal angefangen.

Obwohl: Ich war diese Woche sehr wohl fleißig und habe mein Essverhalten überwacht.

Die totale Überwachung (Big Brother lässt grüßen)
Ehrlich gesagt, fand ich das ziemlich nervig. Immer dran denken zu müssen, das ich ja alles aufschreibe, ist meine Sache nicht.

Ich bin froh, dass ich dran geblieben bin, denn es gab einige recht massive: Erleuchtungen.

Hier zunächst mal eine typische Tagesliste

  • 8.10 Uhr: 6 kleine Zimtschnecken. Espresso
  • 10.10 Uhr: Apfel
  • 10.45 Uhr: Bifi
  • 11.20 Uhr: Kekse
  • Vormittags. Halber Liter Wasser
  • 13.30: Chinaessen mit Nudeln und überbackenem Huhn
  • 14.30: 4 Cookies mit Espresso. 7 Weingummi.
  • 19.00 Uhr: Spaghetti
  • Nachmittags: ca. halber Liter Wasser
  • Abends. Etwas Schokolade

Das ist ein ziemlich typischer Tag, der genug Stoff für einige spannende Einsichten gibt. Und zwar nicht unbedingt, was die Auswahl des Essens selbst aussagt. Das ist Karins Anteil (siehe http://www.karin-kramer-bewegung.de), da wird sie sich äußern.

Warum ich zwischendrin mir immer wieder was reinpfeife
Fangen wir viel lieber damit an, was ich so am Vormittag getrieben habe. Das Frühstück hat zwar den ersten Hunger gestillt, aber im Grunde genommen bin ich den Vormittag immer wieder durch die Bude getigert und habe mir zwischendurch das eine oder andere einverleibt.

Dabei spielten zwei Gründe eine Hauptrolle…

Erstens hatte ich durch das maue Frühstück einen Resthunger.

Zweitens diente der bunte Mix aus Apfel, Bifi und Keksen der Ablenkung. Ich saß an einer kniffeligen Aufgabe, und zwischendurch überkam es mich immer wieder: Einfach mal weg vom Monitor, kurz abschalten, Gehirnwindungen leeren lassen – und dann mit frischen Gedanken zurück an den Tatort.

Das zeigte sich als Verhaltensmuster die ganze Woche über: Ich missbrauche das Essen als “Rauchpause”-Ersatz.

So verdammt emotional, das Ganze
Dann der Nachmittag mit den 4 Cookies. Ehrlich gesagt hatte ich mich geärgert. Aber anstatt als geübter Selbstcoach meine Emotionen durch Egon zu besänftigen, schob ich mir einfach was rein. Und zwar, ohne dass ich das bewusst auf den Schirm hatte. Der Selbstbetrug lief wie folgt: Erst ärgern und dann ein unschuldiges “Mhm, ist doch schon fast Kaffeepause, mal sehen, was es so leckeres zu finden gibt…” Und, zack, war ich auch schon auf und davon.

Die Cookies waren nicht nur emotionale Dämpfer, sondern auch eine Art Liebesbeweis: Komm, Du Armer, die Welt ist schlecht, also tu Dir mal was Gutes.

Leider war dieses emotionale Gegensteuern kein Einzelfall. Es gab an zwei Tagen auch Situationen, in denen ich mir was Kräftiges reingestopft habe: Reste von einem Mittagessen oder Cabanossi oder noch zwei Fischbrötchen. Als ich nachsann, was das wohl zu bedeuten hatte, wurde mir klar: Es geht um ein Gegengewicht.

Meine Arbeit ist häufig sehr kopflastig und intellektuell. Ich habe es mit Konzepten, Informationen, Ideen und Einsichten zu tun. Es fehlt dabei jedoch das Bodenständige. Und Essen ist für mich, so scheint’s, auch eine Möglichkeit, herunterzukommen. Mich zu erden. Festen Boden unter den Füßen zu bekommen.

Interessant. Zumindest für mich (keine Ahnung, wie Sie das hier finden, aber vielleicht schreiben Sie mir ja unten einen Kommentar?).

Ein drittes Muster, das ich entdecken durfte: Ich bin ein Hausschwein.
So nennt mich Maren, meine Göttergattin. Die ist, was das Essen betrifft, sehr “picky” (entschuldigen Sie meinen anglo-amerikanischen Ausrutscher, aber das Wort passt einfach perfekt ins Geschehen): Marens Portfolio an Essbarem ist deutlich reduziert. Alles, was nicht in ihr Beuteschema passt, wird von ihr radikal aussortiert.

Ich bin dagegen ein ziemlicher Allesfresser: Liegt Essbares in der Gegend rum, ist es auch schon in meinem Schlund verschwunden.

Was ich dagegen tun kann, weiß ich nicht. Bin mal gespannt, was mir Karen dazu rät.

Mein Fazit für diese Woche: Ich muss lernen, bewusster zu essen. Und ich muss mir neue Gewohnheiten schaffen, um die guten alten Hausschwein-Automatismen zu entsorgen.

Das kann noch heiter werden.


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  1. Ups, ich fühle mich ertappt! In zweierlei Hinsicht – einmal kenne ich das Gefühl des `automatisch-im-Schlund-verschwindens´sehr gut und dazu die sofort auftauchenden Rechtfertigungen – hast du jetzt verdient, gönn dir was, Schoki ist gut fürs Gemüt…
    Zum zweiten – auch ich betrachte mich als relativ geübter Selbstcoach, zumal das Thema ` Denk dich schlank´ eins meiner Schwerpunktthemen ist, untermauert durch Selbstversuch (stolze 16 kg minus in 9 Monaten, u.a. durch Visualisierungen, Reframing und Affirmationen begleitet. Und dennoch sind wir doch auch `normale´ Menschen, bei denen die allgemein gültigen Mechnismen gut funktionieren, nicht wahr? ;-) )
    Zu deiner Gewichtsabnahme ohne offiziellen Startschuss – deine Schweinehundanteile sind mit dir, positiv gesehen. Bitte sie doch mal `offiziell´ um Unterstützung. Ich kenne da jemanden, der kennt sich aus mit sowas, Martin W. aus G…… ;-) )

    Ganz liebe Grüße nach Ostwestfalen
    Christiane H. aus I.

  2. Shaghayegh sagt:

    Hallo Martin,

    Ich habe einige Tipps, die dir helfen abzunehmen:

    Einige Lebensmittel sind zu vermeiden und einige gelten als Sünde, zu sich zu nehmen.

    Cola, Pommes, Chips, Schokolade, Mayonnaise, Kuchen und Kekse, süße Getränke und salzige Gerichte sind für immer zu vermeiden. Cola ist eine Sünde. Fast Food ist nicht gesund, wo es auch dick macht. Zusatzzucker u.a. Cola light ist schädlich für die Niere.

    Datteln machen dick, aber sind in geringen Maßen zu genießen. Z.B. eine davon jede zwei Tage.

    Schokolade, Kuchen und Kekse machen dick, aber wenn du unter seelischer Druck nach dem verlangen dieser kommst, kannst du wenig davon einmal im Monat essen. Jede zwei Wochen ist auch ok, aber man sollte es vermeiden. Wenn man Diät macht, sind diese
    vollkommen zu vermeiden.

    Ein Abnehmen-Diät soll man von einer/m Ernährungsberater/in eines besten Krankenhauses bekommen sonst funktioniert es nicht so toll. Vor einigen Jahren bekam ich ein Diät von der
    Ernährungberaterin des besten Privatkrankenhauses in Teheran und das funktionierte echt toll.

    Sie sagte mir, dass ich monatlich 3 Kilos abnehmen soll. Ich weiß auch, dass mehr als 3 Kilos monatlich nicht gesund ist. Sie sagte mir auch, täglich eine Stunde zu Wandern und Spazierenzugehen. Stattdessen tanzte ich jeden Tag vor dem Frühstück, danach aß ich für eine halbe Stunde nichts bzw. duschte ich. Ich aß auch weniger als das, was sie mir gesagt hatte. Weißt du was das Ergebnis war? Ich nahm innerhalb 10 Tagen 7 Kilos, wobei ich nicht übergewichtig war.;-) Danach sollte ich wieder zur Ernärungsberaterin gehen, um ein Diät zum Stabilisieren meines Gewichtes zu bekommen, was ich nicht tat.

    Folgende zwei Seiten finde ich auch wissenschaftlich, jedoch würde ich nicht so einfach mit Insulin spielen, sondern unbedingt bei einer/m Ernährungsberater/in Rat holen, also nur wissenshalber.

    http://gesundeernaehrung.nickcsteffes.com/Abnehmen/
    http://flatbelly.naviibk.com/flatbelly?tid=Iihajq31H5D9M5

    Und zum Schluss ist gesund zu sein, viel wichtiger als ein Paar Pfunde zu viel zu haben. Man muß starke Nerven haben, um einiges leisten zu können oder Geleistetes für sich zu behalten.

    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Abnehmen und herzliche Grüße

    Shaghayegh

    • Kerstin sagt:

      Hallo Martin,

      ich habe mich gerade köstlich amüsiert über Deine Schreibe – “Hausschwein” … Deine Göttergattin hat einen passenden Begriff für dieses Verhalten gefunden. Ich fürchte, in unserem Haushalt leben auch solche;-)
      Ich drück Dir ganz doll die Daumen für den Erfolg.
      Lieben Gruss
      Kerstin

  3. Lieber Martin, vielen, vielen Dank für deine offene und ehrliche Mitteilungen.
    Für mich persönlich ist sie sehr wertvoll, weil ich viele es von dir/durch dich dabei lerne (viele Erkenntnisse/Einsichten).
    Den Aspekt „Essen als Hilfe für ‘Erdung’”habe ich auch schon mal von einer Frau gehört, die – nachdem sie fünf Kilo abgenommen hatte – plötzlich wieder anfing mehr zu essen als sie wollte. Sie erklärte ihren „Rückfall” damit, dass sie auf einmal so „luftig” wurde, also keinen Halt mehr hatte und unruhig wurde.
    Auf der anderen Seite hatte mir eine Frau erzählt, die weniger aß, als es für den Erhalt ihres Körpergewichts notwendig sprach (, die also Gewicht verlor). Sie begründete das, weil „Ihr Kopf immer so voll war” und das leere Gefühl im Magen eine Art Ausgleich für sie war.
    Für mich habe ich aus beiden Erzählungen gelernt, wie wichtig – auch scheinbar unerwünschte – Verhaltensweisen, sehr sinnvoll für das ‘Gesamt-System’ sein können.
    Folgende Punkte wurden mir durch deinen Text klarer:
    eine subtile Abwertung des „Teils”, der gerne etwas ist („rein pfeifen”, „rein schieben”, „Hausschwein”…)
    der „unglücklicher” Versuch, die „Kopf lästiger” Arbeit am Computer mit der Erzeugung eines Gegengewichts auszugleichen, um dich „zu erden”, indem das Körpergewicht letztendlich zu nimmt.– meine Idee dazu ist, dass es vielleicht weniger darum geht, ein Gegengewicht zu schaffen, sondern eher um Erleichterung (Stichwort: Kopf-lastig).
    ungünstig erscheint mir auch zu sein, bei all den Widersprüchen das Wort „ich” zu benutzen (aktuell bin ich sehr inspiriert durch Focusing – besonders dem Ansatz von Ann Weiser-Cornell–, wobei der erste Schritt für eine Veränderung darin besteht, statt „ich” zu sagen: „Etwas in mir…”; d.h. konkret auf dich bezogen: „Etwas in mir isst zwischendurch und unbewusster, um vom Monitor wegzukommen”(statt: „Ich missbrauche das Essen als “Rauchpause”-Ersatz”).
    Wie wäre es wohl, wenn Du den „liebevollen Blick” auf diesen Teil richtest, der so gut er eben kann, helfen möchte für Erleichterung, eher dunkel, Genuss etc. zu sorgen?
    Ebenso finde ich interessant, dass du ja anscheinend schon mehrere Abnehm-Versuche (auch erfolgreich) hinter dir hast. Meine Frage wäre hier: was war damals anders, dass es dir gelungen ist? Bzw.: Wie hast du es geschafft, dass du damals so erfolgreich abnehmen konntest?oder anders gefragt: Was fehlt dir jetzt (noch), um in einer ähnlichen (inneren und/oder äußeren) Situation zu sein?

    So weit erst mal, das sollte an dieser Stelle reichen.
    Viele Grüße und einen liebevollen Prozess wünscht
    Ulrich

    • Hallo Ulrich ;-)

      a) Dieser Aspekt der Erdung ist mir ziemlich wichtig. Ich brauche für die Arbeit, die ich mache, wirklich ein Gegengewicht. :-D Aber vielleicht reicht dazu auch ein Spaziergang in der Natur. :-D

      b) das mit dem “Hausschwein” ist eher ein Witz zwischen mir und meiner Frau Maren. Ich möchte das Ganze hier auch nicht so “tierisch” ernst nehmen. :-D Also stell Dich lieber noch auf den einen oder anderen unflätigen Beitrag ein. ;-)

      c) Focusing ist eine tolle Methode, und ich verstehe auch den Sinn, sich von seinen Anteilen zu distanzieren. Aber interessanterweise bin ich umgekehrter Meinung: Der erste Schritt in der Veränderung besteht für mich eher darin, dieses scheinbar autonome Verhalten als mich selbst anzuerkennen. Wir sind meines Erachtens eh schon genug “fragmentiert”, “getrennt”, “dissoziiert” von uns, und es ist in meinen Augen heilsamer, diese Anteile, die mir scheinbar in die Parade fahren, als mich selbst wahrzunehmen.

      d) Die Idee mit dem liebevollen Blick liegt natürlich ganz auf meiner Linie. :-D (Wer die Übung nicht kennt, wird hier fündig)

      e) Letztes Jahr wollte ich schon mal abnehmen, aber das war für mich im Kontext von noch ganz anderen Herausforderungen ein ziemlicher Stress. Ich habe es damals sein lassen, weil ich erst meine anderen Baustellen lösen wollte.

      f) ich glaube, ich habe nicht unbedingt ein Problem mit dem Abnehmen selbst, sondern mit dem Halten des Gewichtes. Diesmal wird es mehr darum gehen, einen neuen “Lebensstil” zu finden, als “nur” einige Kilos Gewicht zu finden.
      ;-)

      Martin

    • Hallo Martin,
      vielen Dank für deine Antwort(, die übrigends viel bei mir ausgelöst hat – aber das würde hier zu weit führen…)Ich fühle mich auch geehrt , weil Du mir – im Gegensatz zu den 3 Kommentaren vor mir – geantwortet hast. ;-)
      Was als eine ‘Essenz’ deiner Antwort jedoch herauskam ist die Frage:
      “Was möchtest Du eigentlich mit der Veröffentlichung (deines mindestens zweiten) Abnehm-Projekt erreichen/bewirken, welche Intention steckt dahinter?”
      (Ernährungstips sind es m.e. weniger, weil dies ja Karin Krämer übernimmt und Du schon selbst gute Erfahrungen im August 2008 gemacht hast:http://blog.coach-your-self.tv/index.php/2008/08/21/martins-weiss-heiten/gewicht-reduzieren-so-habe-ich-abgenommen/#more-81)
      Und was ich auch sehr interessant finde, dass Du die Erkenntnis “Und Essen ist für mich, so scheint’s, auch eine Möglichkeit, herunterzukommen. Mich zu erden.” auch in deinem Video von 2008 – letzte Video ganz unten ca.1:40 und 2:18 Minute – (schon) geäußert hast[ http://www.coach-your-self.tv/TV/Martintv/Sendung3ProundContra/tabid/163/Default.aspx.
      Ich hoffe sehr, dass Du meine ‘Recherche’ nicht irgendwie als Angriff siehst, mir geht es vielmehr darum, zu verstehen, zu lernen. Ich kenne das in anderen Kontexten von mir, dass ich nach einer gewissen Zeit mehr oder weniger in einer sehr ähnlichen Situation bin und mit einer Außenperspektive gesehen, den Eindruck habe, ich hätte mich im Kreis gedreht.Und ob sich aus diesem sich-im-Kreis-drehen nicht irgendwie mit (deinen) Coaching-Werkzeugen ein Angebot ‘zaubern’ ließe, solche ‘Ehrenrunden’ zu vermeiden?
      Soweit erstmal und viele Grüße

      Ulrich

    • ThomasTtiede sagt:

      Moin Ulrich,

      Martin hat dir unter Punkt f) eine ganz klare Antwort gegeben.

      Gruß, Thomas

  4. Ich arbeite auch sehr “kopflastig” und kenne das Problem mich erden zu müssen. Ich bin in der gleichen Situation gerade gestartet zu sein, abzunehmen. Deswegen bin ich auf’s trinken umgestiegen. Um mich zu erden trinke ich so viel eben geht- mind. jedoch 2 Liter manchmal aber eben uach drei.
    Wenn ich merke, dass ich mich bei der Arbeit im Kreis drehe, dann nehme ich mir ein groooßen Gals eiskaltes Wasser und bemühe mich ganz bewußt wahrzunehmen, wie es in mich hinein läuft.
    Ich trinke langsam und bewußt- und ich hasse Wasser!
    Aber danach bin ich raus vom Kopf her und erfrischt.
    Der gute Zusatzeffekt. Ich esse automatisch nicht mehr so viel :-)
    Vielleicht hilft es Dir!

    Inga

  5. Hallo Martin,

    super! Herzlichen Dank für deine gewohnt offen Art und dieses wichtige Thema. Für mich momentan auch. Aktion Sommerfigur 2012^^

    Was bisher bei mir halbwegs funktionierte (immer bis zu dem Punkt, wo ich es schleifen ließ, meist, weil irgendein stressiger Faktor in meinem Leben überhand nahm, der den Rest sch*egal scheinen ließ):

    * Sport. Die aufgebauten Muskeln treiben den Zeiger der Waage zwar meist erstmal nach oben, aber das Körpergefühl wird besser, wenn die Fitness steigt und das motiviert zu mehr. Außerdem hab ich mal gehört, lieber fit mit ein paar Kilos zu viel als schlank und total unsportlich. Und es macht Spaß, setzt Glückshormone frei, hilft Aggressionen abzubauen,… die Liste der Vorteile ist lang.

    * Den Tipp mit dem Insulinspiegel kenne ich ähnlich. Die wichtigsten Sachen:
    - 3 Mahlzeiten am Tag, dazwischen 3-5 Stunden Pause, damit der Insulinspiegel mal in die Fettverbrennungsphase sinken kann. Wenn Zwischensnacks, dann Kohlenhydratfrei. Also Wurst und Käse geht ;)
    - Möglichst langkettige Kohlenhydrate (ja, Süßes fällt da leider nicht rein). Wenn’s schon was Süßes sein muss, dann besser direkt nach dem Essen als ne Stunde später.
    - Vor dem Sport 1h bis nach dem Sport 2h keine Kohlenhydrate, um die angekurbelte Fettverbrennung möglichst gut zu nutzen (ist 1h nach dem Sport immerhin noch bei ca. 45% – warum nicht einfach den Körper weiterarbeiten lassen, während man selbst schon längst auf der Couch liegt?! *g*). Also auch keine Apfelschorle oder Isotonische Getränke oder so.
    - Bei den meisten Menschen wirken sich Zuckeraustauschstoffe auf den Insulinspiegel genauso aus, wie Zucker. Also vergiss Cola Light & Co. Nur, dass der Insulinspiegel danach schneller wieder fällt, weil der Körper ja gar keinen Zucker bekommen hat. Hunger willkommen. Auch Kaugummi kauen kann den Insulinspiegel schon wieder anheben. Leider.

    Mir hilft das ungemein, da ich überhaupt kein Fan von Diäten bin, und sobald ich mir irgendwas verbiete, drehen alle Gedanken nur darum. Wenn ich aber rein theoretisch alles essen kann, dann ist es nicht so wild, darauf mal noch ein Stündchen zu warten.

    Außerdem bin ich grade dabei, die seelische Komponente des Hungers zu ergründen.

    Letzten Sommer habe ich einen Kurs gemacht, “Stressabbau durch Achtsamkeit”. Hilft mir sehr, wahrzunehmen, was mein Körper eigentlich grade wirklich braucht. Oder halt die Seele.

    Total verliebt sein und Liebeskummer können auch sehr hilfreich sein – letzten August 5kg :-S

    Und noch was aus dem Bereich der Zielökologie: was kannst du nicht mehr, wenn du dein Ziel erreicht und abgenommen hast?
    Schicke Frage. Der Gedanke, dass ich dann womöglich attraktiver auf andere wirken könnte, hat mich total erschreckt und überfordert. Na, dann kann’s ja auch nicht klappen…

    In diesem Sinne, frohes Abnehmen, ich freue mich auf weitere Berichte :)

  6. Wenn schon öffentlich, dann auch richtig!
    Das Gewicht ist ein ungeeigneter Surrogat-Parameter, in den z.B. auch Muskelmasse, Wassereinlagerungen, Prothesen und Tagesschwankungen eingehen. Die Korrelation von Gewicht und Gesundheitsauswirkungen ist nicht so eindeutig wie sie offensichtlich ist.

    Der eindeutigste Parameter ist WtHR, Waiste-to-Hip-Ratio. Das ist der Bauchumfang an der dicksten Stelle morgens nüchtern aufrecht stehend locker ausgeatmet, geteilt durch Körpergröße.
    Ideal sind 0,35, also möglichst wenig. Normal schlank ist bis 0,5, darüber beginnt das Übergewicht, ab ca. 0,6 beginnt die krankhafte Fettsucht. Die meisten Mitteleuropäer liegen recht knapp um 0,5.

    Also damit sich auch öffentliches Training lohnt!
    Denn noch aussagekräftiger als die WtHR ist der Ruhepuls, also liegend ohne jegliche Anstrengung oder Aufregung, am besten beim Erwachen oder Einschlafen.
    Auch der Ruhepuls liegt ideal bei ca. 35, also möglichst niedrig. 72 gilt als normal und durchschnittlich, zeigt aber, dass man untrainiert und damit bereits gefährdet ist. Wer halbwegs sportlich ist, sollte nicht über 60 liegen, noch besser um die 50. Mit Übergewicht ist das kaum zu erreichen, falls aber doch, schadet das Übergewicht nicht!
    Und je höher (80, 90, 100 usw.), desto bedenklicher bis lebensgefährlich, abgesehen von vorübergehenden Krankheiten wie Fieber oder Schilddrüsen-Überfunktion.
    Fit + schlank = optimal
    Fit + fat (erst recht: schwer) = fast ebenso gut, falls es tatsächlich gelingt.
    Unfit + fat = katastrophal,
    Unfit + schlank = anders, aber keineswegs gesund.

    Also darben und hungern ist nicht die Lösung! Dazu ggf. bald mehr.

  7. Hallo Martin,
    ich denke das beste ist du liest mal “Unsere Nahrung unser Schicksal” von Dr. Max Otto Bruker
    um das ganze mit der Nahrung besser zu verstehen.
    Dann empfehle ich dir noch die Bücher “Idealgewicht ohne Hungerkur” und “Wer Diät isst wird krank” von Dr. Max Otto Bruker und “ÜberGewicht” von Dr. phil. Mathias Jung (emu-Verlag)wenn dir das nicht reicht gibt es ein tolles Seminar unter GGB-Lahnstein im Internet zu finden. Das dich bei deinem Vorhaben unterstützt.
    Ich finde das ist der beste Weg und ich weiß aus Erfahrung auf diese Art fühlst du dich später auch Top Fit. Mit hilfe des Seminars sollte dir das Abnehmen gut gelingen.
    Viel Erfolg.
    Heidi

  8. Hallo Martin,
    willkommen im Club!
    Ich habe heute morgen auch ‘mal wieder den Schritt auf die Waage gewagt und bin erschüttert :o ) Dann habe ich die verbleibende Zeit bis zum Sommerurlaub an der Ostsee kalkuliert – und war geschockt!
    Eine “ordentliche” Bikinifigur kann ich sicher nie mehr erreichen, aber abnehmen will ich auf jeden Fall.
    Hier mein Plan:
    Jeden Tag eine Stunde Sport. Da ich mich mit den Birken-Pollen gestritten habe, ziehe ich ein Indoor-Trainig vor dem Fernseher vor – nein, nicht auf der Couch sitzend. Ich hatte mir vor ein paar Jahren ein paar Trainings-DVDs zugelegt, die ganz schon intensiv sind. Beim Essen richte ich mich nach dem “Schlank im Schlaf” Kochbuch.
    Ich bin also nicht nur in Gedanken, sondern auch im Tun bei Dir :o )
    Vielleicht legst Du eine Abnehm-Rubrik in Deinem Blog an – dann können wir Erfolge austauschen und uns motivieren!
    Also, viel Erfolg!
    LG Brita

  9. Hallo Martin,

    wir kennen uns nicht – und: ich bin so frei, Dir meine Ideen hinzulegen :-) – vielleicht sind sie Dir Inspiration…

    “…die Welt ist schlecht, also tu Dir mal was Gutes…
    …dieses emotionale Gegensteuern…
    …Es geht um ein Gegengewicht…”

    Da erlebe ich ein Bild von Schwere, Leere, Leere-füllen-wollen…

    …mit der Schwere lässt sich die Leere, wie Du’s erlebst, nicht füllen – im Gegenteil, es ergeben sich noch zusätzliche, beim Universum nicht bestellte ;-) – kollateral-Sch.-Gefühle…

    “…meine Emotionen…zu besänftigen…”
    - ich schätze, das war logisch und auch gut, dass es an dieser Stelle nicht funktioniert hat, weil es da vielleicht Emotionen* gibt, die angeschaut sein wollen? (*vor den Folge-Emotionen über Dein ‘Versagen’).

    “…Möglichkeit, herunterzukommen… Mich zu erden… Festen Boden unter den Füßen zu bekommen…”

    Vielleicht macht es da Sinn (abgelöst und unabhängig von einer Essenssituation), Dich grundsätzlich des Martins anzunehmen, der sich da so leer fühlt und Dir Raum zu geben, dass sich die Antwort füllen kann?

    Herzliche Grüße,

    Monika

  10. zu f: das ist das Kernproblem, das nachhaltige Gewicht halten. Es ist leicht(er) mal für ein paar Wochen konsequent an einem Ziel dran zu bleiben, als dauerhafte Verhaltensänderungen zu erreichen. Abnehmen bedeutet für die meisten Verzicht, und sie wissen genau, dass für sie verzichten, Opfer bringen, vernünftig sein müssen usw. langfristig keine Option ist. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass man das abnehmen als Diät ganz sein lassen sollte, und statt dessen lieber gleich auf positiv wahrgenommene Verhaltensänderungen setzen sollte. Warum die Fresserei?, da kann vielleicht auch Selbstliebe (annehmen was ist) und die Idee mit dem stiftenden Gedanken eine Lösung bieten. Was bringt mir das erden? Was kann ich statt dessen tun, was mir gut tut, was mich erdet, anstatt mir den Bauch vollzuschlagen? Übrigens hatte ich bei dem Wort ‘picky’ eine ganz andere Assoziation: ich (auch zu dick, aber schon 5 Kilo leichter nach 3 Monaten, ohne Diät, einfach mit locker etwas anders machen, ohne Stress, ohne Zwang) verdrehe immer die Augen wenn ich so ein dürres Gestell sehe (so Kleidergröße 32/34), die sich selbst in einem gemischten Salat noch mit der spitzen Gabel was rausPICKT. so ca. 1 Maiskorn alle 2 Minuten. SO möchte ich ganz bestimmt nicht sein. Größe 32/34 ist für mich kurz vor der Magersucht.
    Liebe Grüße Andrea

  11. zu Evrem: Muskelmasse treibt das Gewicht zwar nach oben, aber man wird trotzdem schlanker. 1 Kilo Muskelfleisch hat weniger Masse als 1 Kilo Fett. Wichtiger als das Gewicht ist der Shape, also die Maße. Ich habe auch schon festgestellt, dass ich durch Fitness zwar zugenommen hatte, aber die Maße (Brustumfang, Taille, Hüfte und Oberschenkelumfang) weniger wurden. Genau so wichtig wie das wiegen (wenn nicht wichtiger, ist das messen. Gerne auch schön mit Tabelle, das motiviert.

    zu Shag… Die Worte Verbot oder (gerade für Atheisten!) Sünde sind kontraproduktiv, die Worte sind ja auch sehr negativ belegt. Und Du sagst erst es ist Verboten, aber 2 Sätze weiter dass es manchmal ja doch nicht schlecht ist… So gehen wir im Allgemeinen immer mit Ge- und Verboten um, wir rechtfertigen uns die Ausnahmen ^^

  12. Gerade am Abend noch nach Essbarem suchen, kenn ich nur zu gut.
    Da ich seit einiger Zeit vegan lebe, such ich mir genauer raus, was ich esse. Ok manchmal mache ich ne Ausnahme bei Schokolade oder sowas, meist finde ich aber auch noch Obst oder z.B. saure Gurken.
    Dabei finde ich auch immer nervig, wenn jemand sagt, das und das “darfst du doch nicht essen…”
    Es geht aber mehr darum, was ich nicht mehr essen will.
    Wünsche viel Erfolg und auch Spaß beim Verändern.

    P.S: Seit ich kein Aas mehr esse fühl ich mich besser und habe auch schon etwas weniger Gewicht.

  13. Danke an alle für Eure Kommentare. Zu den Themen “Motivation” (warum ich das alles öffentlich mache) und Emotionen schreibe ich in Teil 4 einen Kommentar! ;-)

    Martin

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