Meditation als ein Weg zur Selbstakzeptanz? Jein. Wer uns bei Veränderungsprozessen aufhält: Grenzwächter
Wie wir die Dramen hinter uns lassen können
Nachdem ich in dem Blog-Artikel “Woran die meisten Menschen zu knacken haben” auf die Ursachen eingegangen bin, wie und warum wir uns in Dramen verwickeln lassen, möchte ich in diesem Video kurz den Fluchtweg skizzieren.
Das Video ist kurz und bringt das Wesentliche eher skizzenhaft auf den Punkt.
(Youtube-Version: http://youtu.be/9h0lCU2GDU4)
Übrigens: Sobald wir den oben skizzierten Weg einschlagen, begegnen uns Grenzwächter (siehe dazu das gleichnamige Video).
Aber ich stehe hier gerne für Fragen zur Verfügung.
Was meint Ihr dazu?
Lade Dir jetzt eine kostenlose Audio-Meditation herunter, mit der Du innerliche Blockaden, sowie negative Gefühle aller Art sanft und wirksam mildern und auflösen kannst.














Lieber Martin,
leider kann ich Deinen Ansätzen zur “Flucht aus dem Dramaland” nicht ganz beipflichten.
Es geht da um die (vielleicht riesige) Kluft zwischen Fremdbild und Selbstwahrnehmung, also wie sehe ich mich und wie sehen mich die Menschen in meiner Umgebung.
Wenn ich erst mal in der Lage bin mich “von aussen” zu betrachten, dann habe ich das Ziel ja fast schon erreicht.
Wenn ich aber seit Jahren in einen sehr intensiven und auch qualvollen “Kampf” mit mir selbst verwickelt bin und war, dann habe ich mir einige oder mehrerer Schutzfasaden vorgesetzt, Ausreden, Entschuldigungen usw.
Aus diesen raus zu kommen um dann in der Lage zu sein mich einigermaßen objektiv zu betrachten, das ist, meiner Meinung nach, die große Kunst und möglicherweise auch schon “der Schlüssel”…..
Liebe Grüsse
TOM
Hallo Tom,
ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich recht verstanden habe. Deswegen verzeih, wenn meine Ausführungen nicht so richtig passen.
Zunächst einmal ist es – meines Erachtens – unwichtig auf Fremd- und Selbstbild zu achten. Die Wahrheit ist: Es gibt immer Leute, die einen klasse finden. Und andere nicht.
Und all diese Fremdbilder haben ganz bestimmt auch ein paar Körner Wahrheit, aber zu einem erheblichen Anteil sagen sie mehr über denjenigen aus, der dieses Fremdbild hegt.
Ich merke das zum Beispiel, wenn ich über bestimmte Charaktereigenschaften nachdenke. Letztens hat mich jemand, der mir sehr nahe steht, kritisiert, dass ich manchmal ein ganz schön harter Kopfmensch sein kann. Das hat mich sehr irritiert, und für ein, zwei Tage habe ich meine “verstandesorientierung” hinterfragt. Bis es mir zuviel wurde.
Ja, es stimmt: Manchmal bin ich zu sehr im Verstand. Aber ich liebe meinen Verstand, ich möchte den nicht missen, und da kann es auch mal passieren, dass es ein Übergewicht gibt. Ende der Veranstaltung.
Und auch das ist doch Geschmackssache. Jemand anders, der zuweilen auch sehr verstandesorientiert, findet den gleichen Charakterzug möglicherweise spannend und faszinierend. Und hat sogar Spaß daran, sich damit zu messen.
Es ist also alles Auslegungssache, und was die Umwelt sagt, ist genau so subjektiv wie die eigene Wahrnehmung.
Entscheidend ist meiner Meinung nach, dass man anfängt, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Was die anderen zu einem sagen, ist gewiss nicht unwichtig. Aber meines Erachtens erledigen sich viele Konflikte mit anderen, wenn man mit sich selbst Frieden geschlossen hat.
Darum: Lass die Objektivität sausen (die gibt es eh nicht), und fang an, Stück für Stück Frieden mit Dir selbst zu schließen.
Passt das so für Dich?
Martin
Hallo!
Ich glaube auch, dass es am allerwichtigsten ist, dass man sich selbst akzeptiert, mit allem, was dazugehört.
Und deshalb kann die “Selbsthilfe-Industrie” auch so süchtig machen:
Man wartet quasi immer darauf, dass andere einem sagen, was man tun soll, wie man sich verhalten soll, was man denken und fühlen soll, damit es einem besser geht.
Aber gerade das ist ja effektiv bei jedem Menschen völlig unterschiedlich.
Was dem einen geholfen hat, hilft dem anderen kein bisschen.
Und da jeder Mensch unterschiedlich ist, kann es auch gar keinen Königsweg geben!
Man muss für sich selbst herausfinden, was man gerne möchte.
Dazu gehört natürlich auch – wie du schon richtig sagst – auch mit den Seiten an sich Frieden schließen, die man vielleicht nicht so sehr mag. Denn auch sie gehören zu einem dazu.
Und vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum viele Menschen etwas an sich ändern wollen.
Eben gerade WEIL sie bestimmte Seiten an sich nicht mögen.
Man kann allerdings nie Seiten komplett ausblenden, abschaffen, abschalten. Man kann aber die Seiten, die einem nicht so sehr gefallen, einfach weniger ernst nehmen, und vielleicht sogar darüber lachen, dass man doch z.B. immer wieder so schnell aus der Haut fährt oder so vergesslich ist, oder, oder, oder…. (da fällt sicher jedem etwas persönliches zu ein
)
Ich denke auch das “auf der Suche sein” sollte man auf keinen Fall zu “ernst” nehmen.
Mir fällt auf, dass viele, die “auf der Suche sind” dazu tendieren sehr schwermütig zu werden, weil sie sich noch nicht “angekommen” fühlen oder erstmal überhaupt eine Richtung suchen.
Ich denke aber, es ist einfacher, wenn man dem Weg, selbst wenn er einem vielleicht manchmal schwer und lang vorkommen mag, die meiste Zeit gelassen gegenübertritt.
Und wenn man auf dem Weg optimistisch ist, dann ist man auch gleich viel offener für Veränderung und für Möglichkeiten, die sich einem auf dem Weg bieten können.
Man kann entweder unglücklich darüber sein, dass man noch nicht am Ziel ist.
Oder man ist froh, dass man sich auf den Weg macht und aktiv an sich arbeitet.
Und selbst wenn man gerade noch dabei ist, überhaupt erstmal (s)eine Richtung zu suchen, dann ist das doch auch schon ein “sich auf den Weg machen” und somit ein positiver Schritt, bei dem man sich zugestehen sollte optimistisch zu sein.
Fazit:
Alles – Veränderung, eigene (scheinbar) schlechte Seiten, “sich noch auf der Suche befinden” etc. optimistisch und mit einem Augenzwinkern auf sich selbst betrachten, statt in endloser Schwermut untätig rumzusitzen und nach der (unmöglichen) perfekten und schnellen Lösung zu suchen.
Veränderung dauert (!), muss aber nicht automatisch mit Anstrengung verbunden sein. (Man richtet sich ja schließlich nach dem, was einem guttut, was ja Energie bringt statt zu rauben.)
P.S. Tut mir Leid, dass das jetzt so ein Roman geworden ist. Ich vermute, das war jetzt auch ein wenig Selbsttherapie.
Lieber Martin
Ich möchte dir ganz herzlich für diese Videoserie “All you need is love” danken. Du erklärst die Sachverhalte einfach und anschaulich und du bringst es auf den Punkt.
Mein Herzenszentrum (da wo die innere Stimme wohnt) vibriert jeweils richtig beim Anschauen und das Motto ist klar: “Ich will mehr!”… Liebe von mir selber. Ihre Beiträge helfen direkt.
Ganz herzlich
Yvonne
Lieber Martin, auch mir gefällt dieses Video sehr gut! Herrjeh wie sehr man gegen sich selbst kämpft und dabei übersieht, dass die vielen Anteile in den Arm genommen gehören statt bearbeitet. Man kann sich nicht genug daran erinnern!! In der spirituellen Psychologie nach Chuck Spezzano heißt es irgendwo, dass ein Kampf, den man mit sich austrägt im Prinzip ein Autoritätskonflikt ist und im Endeffekt ein Kampf gegen Gott. Ob man jetzt Gott als Gottvater sehen will, universelle Quelle oder vielleicht sogar innere weise Stimme (so scheint es für mich) ist egal. Erst als ich mich anzunehmen begann und die innere Stimme zulies begann die Entspannung! Hingabe ist für mich ein Schlüssel. Lernen, die Kontrolle abzugeben, integrieren was ist. Ich bin so neugierig
LG Annette
Hallo Martin
ich verbiete es jedem das Wort Guru zu verteufeln!
Das ist gemein und zeugt aus Unwissenheit. Das Wort «Guru» ist Sanskrit (ähnlich wie Latein) und bedeutet «die Kraft die aus der Dunkelheit ins Licht führt».
Ich finde es immer extrem schlimm und primitiv wie dieses Wort verteufelt wird, ein Wort und Begriff der voller Hoffnung und Kraft ist und von Medien und Coaches verteufelt wird.
Was habt Ihr alle eigentlich gegen das Licht???????? Wer das Wort Guru abschätzig behandelt ist gegen Freude, Leichtigkeit, Licht, gegen die Liebe, gegen Grosszügigkeit. Nur weil es ein paar beschissen Menschen gibt die das Wort Guru ausnützen, wird es als negativ verurteilt, genau wie bei Hitler. Er hat das Hakenkreuz der Hindus missbraucht. Es war ein Kreuz des Glücks.
Hört auf mit diesem Mist, hört endlich auf!!!!! Was habt Ihr gegen uns Hindus, Ihr missbraucht immer unsere Begriffe, unsere Symbole und unsere Religion!!!!!!!
Sibylle Dapp
Hi Sibylle,
niemand hat hier etwas gegen Hindus.
Das würde uns auch nicht zustehen. Schon gar nicht in einem Blog, in dem es um Liebe und Wertschätzung geht.
Wenn Du Dich auf den Fuß getreten fühlst, dann entschuldige ich mich hiermit. Das war nicht meine Absicht.
Martin
Hallo alle,
Ihr sprecht mir ja alle mehr oder weniger aus der Seele.
Sich selbst finden ist gut und schön,aber wenn der Mensch der man ist, und das was man gern tun oder auch lassen würde einen ins soziale Aus befördert? Wenn man keine Chance bekommt Geld zu verdienen, weil man anders ist, wenn man die eigene Familie mitunder überhaupt nicht sehen mag, es aber auch schlecht als Eremit aushält und sich ja schlecht von allem lossagen kann. Ich habe mich nunmal für Familie und Kinder entschieden, bin aber auch ein Einzelgänger… Was also wenn mehrere Herzen in der Brust schlagen?
Ich suche lange schon nach meinem Selbst und stelle immer wieder fest, dass ich es gar nicht leben darf, weil es nicht in diese Gesellschaft passt, und wer kann sich schon völlig ausgrenzen?
Ich würde alles geben endlich Frieden mit mir und meinen Mitmenschen zu finden, bin aber auch der Meinung, dass jeder den Weg allein gehen muss, bin aber sehr froh und dankbar, dass ich nicht die einzige bin die sucht.
Liebe Grüße Yvonne
Hi Yvonne,
ich kenne Dich nicht, und deswegen kann ich nichts zu Dir und Deiner Situation sagen.
Aber ich kann was von mir erzählen: Ich bin mein Leben lang ein Außenseiter gewesen, weil ich mich von früh an mit Themen beschäftigt habe, mit denen andere einfach nichts anfangen konnten.
Ich habe 1979, als 16jähriger anfangen, mich für Zen-Buddhismus und Psychologie zu interessieren, und die meisten meiner Freunde fanden das, vorsichtig ausgedrückt, ziemlich seltsam. Als ich zehn Jahre später eine Ausbildung als Trainer und Coach angefangen habe, wurde ich von einigen meiner Bekannten und Freunde regelrecht verspottet.
Früher habe ich enorm darunter gelitten. Heute finde ich es cool.
Ist doch schön, dass man anders ist als die anderen. Und es macht einen auch freier. Wenn man sich schon nicht an Konventionen halten muss, lebt es sich doch deutlich ungenierter.
Für mich persönlich war ein wichtiger Wendepunkt, mir darüber im Klaren zu werden, dass ich mein eher unkonventionellen Interessen in den Dienst der Allgemeinheit stellen kann und auch sollte.
Dadurch, dass ich anders ticke, habe ich auch einen andere Sichtweise und kann manchen Menschen eben Einsichten kredenzen, auf die sie so nicht gekommen wären. Kurz: Meine Andersartigkeit ist heute ein Vorteil.
Aber das schreibe ich hier mal gerade so locker weg. Tatsächlich war der Weg für mich nicht ganz so simpel. Und es hat auch einige Jahre gekostet, damit in Frieden zu kommen. Erst vor ein paar Monaten hatte ich dazu einen wichtigen Durchbruch. Schau mal hier: http://blog.coach-your-self.tv/index.php/2011/03/31/coach-your-self/erfolgsfaktor-authentizitat/
Martin
Hallo alle,
das mit den widerstreitenden Gefühlen, die sich auf den ersten Blick ausschließen, hat wohl jeder schon erlebt. Es ist schwer, so genannte unkonventionelle Seiten auszuleben, insbesondere gegen den vermeintlichen Druck der Gesellschaft, in der wir leben. Und oft beugen wir uns diesem Druck, den wir uns – zumindest teilweise – selbst machen. Und glauben, dass es “entweder/oder” zu sein hat und der inneren Schere fallen dann im Entscheidungsprozess die “sowohl-als auch”-Ansätze zum Opfer.
Bei mir ist es auch so, dass widerstreitende Seiten in mir vorhanden sind. Als kreativer Typ bin ich z.B. einerseits gern allein und arbeite effektiv ohne dass mir einer reinquatscht, andererseits brauche ich da auch das Team/Ratgeber und andere Menschen für den ‘Show-Effekt’. Alles hat seine Zeit.
Zum Thema ausgrenzen/ausgegrenzt werden: Ich bin eine Frau und kann mit Kindern nichts anfangen, sie gehen mir auf die Nerven, und ich ekle mich davor wenn sie mich mit besabberten Fingern anfassen die sie vorher im Mund hatten. Ich versuche, mich dem Thema so gut es geht zu entziehen – bis hin zu teuren Silikon-Ohrhörern für die U-Bahn, die kein Geplärre mehr durchlassen^^. Es gibt genug Mütter (und andere Familienmenschen), die mich dafür verachten oder glauben, dass mit mir etwas nicht in Ordnung sein muss und ich eine Therapie brauche. Nicht in Ordnung ist das aber nur für die, die meinen ihre Art zu leben sei die allein seligmachende. Es ist einfach nur nicht mein Leben, mich zu reproduzieren, sei es für die immer gern verlangte soziale Verpflichtung (Rente), dass der Name oder die tollen Gene weiter leben oder das Lächeln dass angeblich für alles entschädigt – sollen die selbst ernannten Hobbypsycholog(inn)en doch denken, was sie wollen. Insbesondere wenn es Fremde sind, die gleich Therapie schreien nur weil ich mir ausbitte dass mir ihre unerzogenen Gören z.B. in der Bahn nicht vors Schienbein treten.
Und es gibt Seiten an mir, die mich vielleicht bei anderen ins soziale aus befördern würden. Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht auslebe. Es heißt nur, dass ich mir genau überlege, wann/wem ich diese ‘dunklen Seiten’ zeige und wann/wem nicht. Man muss auch im Zeitalter von Facebook nicht jedem alles auf die Nase binden!!!
Das ganze Leben ist ein Kompromiss, solange man nicht allein auf einer einsamen Insel lebt. Glück und Selbstbestimmung bedeutet für mich in dem Zusammenhang, dass ich einen Weg (Kompromiss) finde, der zu mir passt und mit dem ich zufrieden leben kann, ohne anderen zu schaden. Nicht den Weg, von dem ich GLAUBE, dass er mich bei anderen gut dastehen lässt. Das ist ein feiner, aber alles entscheidender Unterschied.
Ich habe vorhin erst einen schönen Spruch entdeckt, der hier gut hinpasst:
“Wer etwas will, findet Wege, Wer etwas nicht will, findet Gründe.”
Andrea