Meditation als ein Weg zur Selbstakzeptanz? Jein.

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Juliane, eine Kommentatorin meines Blog-Artikels “Woran die meisten Menschen zu knacken haben”, fragt: “Glaubst du nicht, dass Meditation usw. ein WEG zur Selbstliebe/ Selbstakzeptanz sein kann?”

Ja. Und Nein.

Grundsätzlich gibt es ja viel Gutes über Meditation zu berichten. Unter anderem gibt es auch wissenschaftliche Experimente, die belegen, dass Menschen, die meditieren, mehr Mitgefühl und Gemeinschaftssinn entwickeln.

Das “Problem” ist jedoch nicht selten, dass Leute früher oder später auf ungeliebte Seiten stoßen und dann entweder aus der Meditation aussteigen oder die Flucht nach vorne antreten, in dem sie jedweden Gedanken, jedwedes Gefühl loslassen.

Das führt zwar in einen sehr entspannten und vor allem freien Zustand, der uns gut tut. Aber die alten Gedankenmuster sind oft noch vorhanden, wenn wir in den Alltag zurückkehren.

Dieser Kontrast zwischen Weite und Enge führt interessanterweise gerade in der Meditationsszene zu einer abfälligen Haltung gegenüber dem Alltagsgeist (Verstand, Ego, Monkeymind etc.).

Ein Beispiel von einer Website: “Wenn du dem Verstand deine Aufmerksamkeit schenkst, wirst du verwirrt. Wenn du einfach hier bist – ganz so wie du bist -, dann gibt es keine Verwirrung.” In ein ähnliches Horn stößt auch Tolle.

Aber von beiden “Meistern” möchte ich kein EDV Projekt geleitet bekommen. Ohne Verstand, ohne die Fähigkeit, zu planen, zu budgetieren und zu priorisieren würde jedes Projekt in Verwirrung und Chaos enden.

Mag sein, dass der Verstand viele Schwächen hat. Dissen muss man ihn aber deswegen nicht.

Noch ein Zitat: “Sei mit deinem Verstand total streng: Erlaube ihm nicht, Spirituelles zu erörtern. Der Verstand weiß nichts von Gott, nichts von Freiheit, nichts von Erleuchtung, nichts übers Hiersein – aber er wird nicht aufhören, Reden zu schwingen, als ob er wüsste.”

Frage: Klingt das sehr versöhnlich oder liebevoll?

Nö.

Die Lösung besteht deswegen nicht darin, den Verstand zu verdammen. Sondern ihn zu lieben. Und ihn so zu nehmen, wie er ist: Um unsere Sicherheit besorgt. Klug. Wachsam. Und mit manchen Themen in der Tat überfordert. Aber deswegen muss man ihn doch nicht wie ein kleines Kind behandeln.

Übrigens: Auf der Website, der ich diese Zitate entnommen habe, gibt es übrigens auch Sprüche, die sehr lebensbejahend und versöhnlich sind.


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