Was taugt das coach-your-self.tv Angebot?

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“Lieber Martin,” schrieb eine Kommentatorin zu meinem Blogbeitrag “Die Falle der Selbsthilfeindustrie, “wie du sagst, genau hier profitieren die Industrie und Politik viel davon mit Versprechungen, Menschen zu unterstützen, ihre Wünsche zu verwirklichen. Ich bin sehr neugierig, was deine Angebote bei deinen Kunden bewirken. Wie viele von ihnen wenden sich immer wieder an dich??? Du sprichst sagenhaft Menschen und ihre Bedürfnisse an (Volltreffer). Die Frage ist nur, wenn deine Methode ihnen helfen würde, warum kommen die gleichen Kunden zum wiedeholten Mal zu dir? Warum funktioniert die Hilfe zur Selbsthilfe kaum?”

Hier meine Antwort…

Hallo Soheila,

ich glaube, dass Veränderung ein “evolutionärer” Prozess. Eine Entwicklung in kleinen, beständigen Schritten.

Was aber eine ganze Reihe von Leuten in der Selbsthilfe-Industrie verkaufen, sind “revolutionäre” Prozesse: Mach das Zwei-Tages-Power-Seminar und Du schwebst im 7. Himmel.

Meines Erachtens verläuft aber Veränderung in kleinen Portionen.

Wir sind mit etwas in unserem Leben unzufrieden und beginnen, dazu im Internet zu surfen. Oder wir diskutieren es mit Freunden oder Arbeitskollegen. Was wir hören und lesen, beschäftigt uns, hat aber vielleicht noch keine großen Auswirkungen.

Das Problem besteht deswegen weiter und beginnt zu nerven. Jetzt kaufen wir ein Buch, in dem eine Menge Interessantes steht, aber wir wissen nicht, wie wir das umsetzen sollen. Außerdem spüren wir eine Menge Widerstände in uns. Kurz: Es bleibt alles beim Alten.

Das Problem gewinnt weiter an Bedeutung, und wir legen einen Zahn zu: Vielleicht probieren wir was Neues. Vielleicht sprechen wir uns mit einem guten Freund aus und gewinnen neue Einsichten. Vielleicht lassen wir uns auch coachen oder besuchen ein Seminar. Vielleicht bekommen wir einen wichtigen Impuls von Innen, dem wir folgen.

Was auch immer wir tun: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir gerade bei hartnäckigen Problemen mehrere Anläufe brauchen.

Aber: Sobald wir anfangen, anders an die Dinge ranzugehen, erleben wir früher oder später, dass sich das Problem ebenfalls verändert. Manchmal wird es schlimmer (Dem Partner die Meinung zu geigen, war dann doch nicht so eine gute Idee). Manchmal wird es spürbar besser. (Seine Verletzlichkeit zu zeigen, hat bei meinem Gegenüber Mitgefühl geweckt).

Das ist der Punkt, an dem wir “echte”, handfeste Erfahrungen sammeln – eines der wichtigsten Güter im Veränderungsprozess. Wenn wir live erleben, dass unsere Haltung, unsere Gedanken, unsere Gefühle, unser Verhalten einen Einfluss auf das Problem haben, sorgt das für Einsichten, die haften bleiben. Wir wissen nun, dass wir was tun können.

Aber auch das braucht Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen.

Wenn wir dann aber genügend Erfahrungen und Einsichten gesammelt haben, gelangen wir an einen Punkt, an dem wir „reif“ für die Veränderung sind. Dann reicht ein einziger Satz, eine kurze Erfahrung, ein gedanklicher Impuls, und das Problem löst sich mit einem Schlag auf. Der „Groschen fällt“. Oder es „fällt uns wie Schuppen von den Augen.“ Oder wir erleben es, als wären wir wie vom Blitz getroffen. Das ist dann eine revolutionäre Veränderung.

Das eine ist, so glaube ich, nicht ohne das andere zu haben. Evolution und Revolution bedingen einander.

Und in der evolutionären Phase ist es normal und aus meiner Sicht auch sehr hilfreich, wenn man sich mit anderen austauscht, wenn man viele Bücher zu dem Thema liest, Blogs und Newsletter dazu abonniert oder ein Training bucht.

In dieser Phase scheint es manchmal so zu sein, als ob wir irgendwie nicht voran kommen. Oft liegt das an Überzeugungen, die wir noch nicht hinterfragt haben („Alle Männer wollen nur das eine.“ „Mit meinem Chef ist nicht gut Kirschen essen.“ „Ich bin doch viel zu alt, um mich noch zu verändern.“) Manchmal fehlt uns einfach aber nur das Können oder das Wissen.

Und darum ist jedes Buch, das man darüber liest, jedes Gespräch, das man führt, jede Erfahrung, die man dazu sammelt, wertvoll.

Dieses Zusammenspiel von „Evolution“ und „Revolution“ bildet übrigens die Grundlage meiner Arbeit.

Darum habe ich den “28 Tage Transformer” entwickelt, in dem man sich Schritt für Schritt, Tag für Tag verändert.

Und darum gibt es so etwas wie den Club, wo man sich über mehrere Monate hinweg begleiten lassen, Fragen stellen und sich coachen lassen kann.

Ich glaube, dass es dieses Kombination ist, die den Unterschied macht: Man arbeitet im eigenen Tempo, und wenn man auf eine Barriere stößt, kann man sich an einen Coach wenden.

Ich bekomme immer wieder Mails von Leuten, die tatsächlich durch eine größere Veränderung gegangen sind. Sie loben dann den „28 Tage Transformer“ oder eine der Kursangebote. Ich freu mich natürlich über solche Rückmeldungen. Aber ich weiß auch: Meine Angebote mögen zwar den Durchbruch gebracht haben, aber die eigentliche Arbeit hatte schon lange vor der Nutzung meines Online-Angebotes begonnen.


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  1. Hallo Martin,
    an manche Punkten sind wir einig.
    Ich meine, dass alle Methode, die ich bis jetzt kenne, hat viel mit dem Verstand zu tun.
    Wenn wir aber daran denken, dass das Unbewusste (emotionales Erfahrungsgedächtnis)95 Prozent des Gehirns ausmacht, dann wissen wir auch, dass das Bewusstsein (Verstand) mit nur 5 Prozent keine Chance hat, ohne das Unbewusste ins Boot zu holen, keine handlungswirksame Ziele zu erreichen.
    Meines Erachtens sollten wir erst die Funktion unseres Gehirns kennen. Dann verstehen wir erst, worum es bei uns geht.
    Das emotionale Erfahrungsgedächtnis, das schon nach paar Wochen im Mutterleib angefangen hat, Erfharungen zu speichen (mit entsprechenden Berwertungen)wehrt sich gegen etwas Neues (Veränderungen). Bevor wir imstande sind, mit dem Verstand Entscheidungen zu fällen, hat das Unbewusste in 200 Millisekunde schon die Entscheidung getroffen. Du kannst mit starkem Willen dagegen vorgehen, nach einer Weile scheiterst du aber, gegen Automatismen zu kämpfen.
    Der eizige Weg, meine (Ziele) zu ereichen: Kooeperation von Verstand und dem Unbewussten. Der Körper wird als große Rssource in Mittelpunkt stehen.

    Ich möchte noch mal betonen: Der Verstand ist ohne Zusammenarbeit mit Gefühlen zu NICHTS imstand:-)))

    Soheila

    • Hallo Soheila,

      da gebe ich Dir recht. Und das Ganze würde ich gerne noch durch die innere Stimme ergänzen. Jener Anteil in uns, der weise ist, der Bescheid weiß und der uns auch in schwierigen Situationen den Weg weisen kann.

      ;-)

      Martin

  2. Guten Morgen,

    Martin, dieser Satz hat mich schon gestern direkt beim Lesen zum Antworten gereizt. Aber ich wollte erst ein passendes Bild finden … ;-)

    “Meine Angebote mögen zwar den Durchbruch gebracht haben, aber die eigentliche Arbeit hatte schon lange vor der Nutzung meines Online-Angebotes begonnen.”

    Ja, in der Regel haben wohl die meisten Menschen jahrelange Vorarbeit geleistet. Wir haben den Boden bearbeitet, aufgelockert, gewässert, gedüngt … wir haben Bäume und Blumen gepflanzt und Samen gesät … wir haben mehr oder weniger geduldig gewartet und die Sonne scheinen lassen und den Regen regnen lassen ;-) … und so verging Jahr um Jahr, ohne dass wir Erträge in den Erntekörben fanden. Wir haben intensiver umgegraben und gewässert und gedüngt … wir haben andere Bäume und Pflanzen gepflanzt und andere Samen gesät … wir haben uns noch intensiver in Geduld geübt … und haben noch mehr gehungert. Wir haben uns Fachleute zum Thema Bodenbearbeitung gesucht … und zum Thema Dünger …. wir haben Fachbücher gewälzt und Seminare besucht … und ganz viele Menschen kennengelernt, denen es ähnlich ging. Die alle hungrig geblieben sind wie wir …

    Und eines schönen Tages dann steht da ein Mann an der Gartenpforte (einer, der erkennbar nicht gehungert hat :-) )) ))und bietet an, dass man sich von ihm von der Bodenbearbeitung an bis zur Ernte an die Hand nehmen lassen kann … dass man Schritt für Schritt aufgezeigt bekommt, auf was zu achten ist damit es eine reiche Ernte gibt. Und der vor allem die Augen dafür öffnet, dass sehr wohl bereits Früchte an den Bäumen hängen … und dass der Weg zum gut gefühlten Magen alles andere als weit ist.

    Das gehört auf die Titelseiten!!!! ;-)

    Alles Andere wäre unterlassene Hilfeleistung … finde ich!

    Herzliche Grüße aus Düsseldorf,
    Ulrike

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