Wie wir uns aus Versehen selbst sabotieren
Vor einigen Tagen habe ich den Selbstcoaching-Prozess Die Selbstbild-Rakete kostenlos online gestellt.
Als einen Bonus habe ich noch einen zusätzlichen Prozess dazu gepackt, den ich “der radikale EGON” nenne.
Den Prozess habe ich “radikal” genannt, weil er eine radikale These vertritt: Wenn wir Gedanken denken wie “Ich will nicht schwach sein” oder “Ich will auf keinen Fall versagen”, dann schaffen wir aus Versehen einen Anteil, der genau das will: Schwach sein. Oder versagen.
Denn dieser Anteil unseres Selbst versteht diese Aussage als Anweisung.
Und genau dazu erreichte mich folgende Mail: “Hey Martin, kannst Du mir erklären, warum dieser Teil des Selbst die Verneinung angeblich nicht versteht?”
Aber gerne doch!
Hier kommen zwei verschiedene Gehirnprozesse auf eine etwas unglückselige Weise zusammen.
Zunächst einmal ist es so, dass unser Gehirn Verneinungen anders versteht, als wir uns das wünschen. Wenn ich zum Beispiel sage, denke nicht an einen weißen Bären, dann –
– müssen wir an einen weißen Bären denken.
Unser Gehirn versucht den Satz zu verstehen, in dem es sich erst einmal vor Augen führt, woran es nicht denken soll.
Wenn ich zu einer Person, die etwas angesäuert aus der Wäsche guckt, sage: “Raste bitte nicht aus”, dann muss dieser Mensch ans Ausrasten denken. Möglicherweise ein Impuls, tatsächlich aus der Haut zu fahren.
Das ist der eine Gehirnprozess.
Nun der andere: Wenn wir etwas häufig denken, fühlen oder machen, dann zimmert unser Gehirn daraus eine Gewohnheit, die auf Autopilot läuft. Darüber habe ich schon öfters geschrieben, und wie immer an dieser Stelle verweise ich gerne aufs Schuhezubinden. Das haben wir als Kind ein paar Mal geprobt, bis wir es intus hatten, und heute ziehen wir unsere Schuhe an und müssen nicht mehr darüber nachdenken, wozu die Bänder da sind. Wir schnüren sie einfach zu.
Dieser Automatismus ist eine großartige Sache, weil wir auf diese Weise eine Menge Dinge tun können, ohne darüber nachzudenken: Laufen, Autofahren oder Bügeln.
Was aber passiert, wenn ich denke: Ich darf nicht versagen?
Bei ein- oder zweimal: Gar nichts.
Was ist aber, wenn ich ganz häufig denke: Ich darf auf gar keinen Fall versagen. Ich will doch kein Versager sein. Ich hoffe, dass ich nicht versage?
Dann kann es passieren, dass ich mir einen Anteil schaffe, der denkt: Hey, ich will versagen.
Denn wenn man die Verneinungen, die das Gehirn ja anfangs nicht versteht, aus den obigen Sätzen herausnimmt, dann sagen wir uns folgendes: “Ich darf versagen. Ich will doch ein Versager sein. Ich hoffe, dass ich versage.”
Wir erschaffen uns aus Versehen einen Automatismus, der genau das Gegenteil von dem will, was wir uns wünschen.
Das erklärt zum Beispiel, warum wir manchmal Dinge verreißen, obwohl wir es doch eigentlich ganz anders angehen wollten (Ich darf auf keinen Fall beim Vortrag nervös sein.)
Das ist die schlechte Nachricht.
Und die Gute ist: Es gibt Abhilfe!
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Hallo Martin,
irgendwie komme ich nicht von der Stelle – es gibt ein riesen Angebot im Netz und alles scheint wichtig und gut – aber der innere Schweinehund steht mir im Weg. Ich weiß was gut für mich ist und schaffe es nicht Prioritäten zu setzen und planmäßig vorzugehen.
In den letzten drei Jahren hab ich mir unmengen an Büchern gekauft, die meisten nur angefangen zu lesen und komme nicht vorwärts.
Oft fühle ich mich wie in einem Irrgarten und find den Weg nicht.
Das fühlt sich nicht gut an.
Gruß Angelika
Hallo Angelika,
genau dieses Gefühl, das Du beschreibst, hatte ich im April. Hinzu kam ein ganz energisches “ich hab jetzt den Kaffee SOWAS von auf!!!!”
Und als der ganz intensive Wunsch in mir bewusst wurde, dass ich JETZT da raus will … da nahm ich das Angebot von Martin wahr (!!!) (ich war zwar schon länger Newsletter-Empfängerin, aber … wirklich WARHGENOMMEN hatte ich seine Angebote nicht.
Hast DU schon WARHGENOMMEN, was morgen los geht?`;-)
Lieben Gruß und alles Gute,
Ulrike