Warum finde ich nicht die richtige Liebe?

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Eine Teilnehmerin aus dem “All you need is: Love!” Kurs schrieb mir folgendes (und sie hat mir ihr OK gegeben, dass ich die Frage hier beantworte:

“Ich tu mich mit Liebesbeziehungen schwer. Nicht mit einem Flirt, einer Affäre…aber mich wirklich längerfristig auf einen Mann einzulassen, das habe ich noch nicht geschafft.”

Und: “Was einen potenziellen Partner betrifft, so habe ich oft das Gefühl die “falschen” Männer anzuziehen (für die ich nichts empfinde) – verliebe mich im Gegenzug aber auch in Männer, die mich zwar sehr mögen, gerne Zeit mit mir verbringen – aber mich eben nicht lieben. Ich erhoffe mir vom Kurs mehr Klarheit über mich selbst, meine Erwartungen und über das, was ich in eine Beziehung hineinzugeben ich bereit bin… damit aus Zweien mal Eins wird:-)”

Hier meine Antwort…

Das “Problem” ist, so vermute ich, eine Wunde, die noch wehtut.

Jeder von uns bekommt in der Liebe schon mal den ein oder anderen Hieb ab, der zwiebelt.

Und weil die Liebe für uns etwas ganz Wesentliches, was Essenzielles ist, kann es ab und zu auch so richtig wehtun.

Wenn das passiert, gibt es zwei Möglichkeiten: Wir können den Schmerz zulassen, und er verflüchtigt sich. Oder wir haben das Gefühl, (noch) nicht mit ihm umgehen zu können und verdrängen ihn. Letzteres ist übrigens vollkommen in Ordnung. Das Verdrängen hat zwar seine Nebenwirkungen, aber manchmal ist das in bestimmten Zeiten einfach der beste Weg, mit dem Kummer klar zu kommen.

Wenn dann unser Leben weitergeht, kann es sein, dass wir die Wunde vergessen. Wir gehen unserem Tagesgeschäft nach und merken gar nicht, dass wir da noch etwas Ungeklärtes mit uns herumtragen.

Und unser Inneres, stets darauf bedacht, es uns gut gehen zu lassen, sorgt dafür, dass wir mit der Wunde so wenig wie möglich in Berührung kommen. Das erledigt es wie jeder perfekte Dienstleister: Unmerklich.

Zum Beispiel in Deinen Partnerschaften: Dein Inneres ist sehr klug und weiß, womit Du bei wem zu rechnen hast. Wir erkennen oft “unbewusst” sofort, mit wem wir es zu tun haben, denn auf dieser tiefen Ebene hören wir nicht nur die Worte, sondern auch den Tonfall (stimmt er mit dem Inhalt überein?), wir nehmen alle Gesten und die gesamte Mimik wahr, auch wenn wenig davon im Verstand ankommt. Der kann nämlich immer nur ein bestimmtes Maß an Informationen verarbeiten (oft nicht nicht mehr als vier bis fünf Infos gleichzeitig).

Also checkt unser Inneres bei Jedem ab, was das für ein Mensch ist. Unnahbar? Ehrlich? Authentisch? Lustig? Liebevoll? Und so weiter.

Bei Männern, die sehr liebevoll sind und eine Menge Nähe zulassen, wünschen und erwarten, schiebt Dein Inneres einen Riegel vor. Die sind dann für Dich einfach nicht interessant. Oder Du verspürst bei faszinierenden Männern ein unwohles Gefühl und gehst ihnen lieber aus den Weg.

Das macht aber Dein Inneres auf Dein Geheiß hin. Es ist von Dir beauftragt worden, und es erledigt diesen Job, so gut es geht.

Männer, die ebenfalls keine Nähe möchten, sind dann interessanter, und wenn der Richtige dabei ist, fühlst Du Dich “irgendwie” zu Ihnen hingezogen.

Solange der andere nicht Gefahr läuft, Deine Wunde aus Versehen zu aktivieren, ist alles in Ordnung. Kommt er Dir zu nahe, ordnet Dein Inneres sofort einen Rückzug an. Schließlich hat es einen Job zu erledigen.

Das würde immer so weiter gehen. Aber irgendwann erreicht man einen Punkt, wo das Innere weiß: Du bist jetzt reif, dieses alte Kapitel mit der Wunde abzuschließen.

Jetzt beginnt es Dir Signale zu senden, ob Du Lust hast, ein neues Kapitel in Deinem Leben aufzuschlagen.

Wie?

In dem Dir andere Paare auffallen. In dem Du eine gewisse Einsamkeit spürst (Einsamkeitsgefühle sind immer „nur“ eine Einladung und Bitte, mehr mit anderen Menschen auf die Beine zu stellen). In dem Du bestimmte Liebesfilme ansprechend findest. Oder in dem Du Lust bekommst, einen solchen Kurs wie „All you need is: Love!“ zu buchen.

Der erste Schritt ist, Dir genau das bewusst zu machen: Dein Inneres weiß, dass die Zeit reif ist, das alte Kapitel abzuschließen, damit Du ein neues aufmachen kannst.

Der zweite Schritt besteht darin, sich der Wunde vorsichtig anzunähern: Wo hat es mal in Deiner Vergangenheit eine Verletzung gegeben, die richtig weh getan hat?. Da kann was im Elternhaus in die Hose gegangen sein. Oder eine frühe Liebe in den Teeniezeiten war intensiv. Oder es gab später eine Partnerschaft, die ein schmerzliches Ende genommen hat.

Wie auch immer und was auch immer es war: Du musst das alles nicht mehr im Detail ausklamüsern. Denn

unterm Strich sind nur drei Faktoren von essenzieller Bedeutung

Der erste Faktor ist das Gefühl der Verletzung. Der Schmerz, der damals aufgetreten ist und der höchstwahrscheinlich hochkommen wird, wenn Du Dich mit dem alten Zeugs erneut beschäftigst.

Nutze dafür entweder den EGON. Oder, wenn es ein sehr intensiver Schmerz ist, dann arbeite erst mit dem „liebevollen Blick“. Denk an jemanden, den Du liebst (vielleicht ein Haustier, ein Neffe, ein gute Freundin) und schau dann diesen Schmerz genau so an. Wie ein kleines Kind, das einfach mal geliebt und in die Arme genommen werden möchte.

Wenn es eine nicht allzuschwere Wunde ist, wird das ausreichen, um das Gefühl zu heilen.

Handelt es sich um ein größeres Kaliber, kannst und solltest Dir dafür ruhig Zeit lassen. Heilungsprozesse laufen meistens nicht nach Schema F ab, sondern haben einen „organischen“ Verlauf. Das ist wie Zwiebelschälen. Man pult eine Schicht ab und darunter kommt eine Weitere zum Vorschein.

Im Kurs findest Du dafür drei Meditationen: In der „Strandhaus-Meditation“ suchst Du den verletzten Anteil Deines Wesens auf, lernst ihn kennen und kannst Dich mit ihm versöhnen. Manchmal klappt das schon beim ersten Mal. Manchmal sind mehrere Besuche notwendig.

Sobald Du Frieden mit diesem Anteil geschlossen hast, nutze die „Brückenmeditation“, um den Anteil (also Dein Herz, Deine Liebe) wieder in Dein Leben zurückzuholen.

Und mit der Meditation „Der Filmraum“ kannst Du den anderen Beteiligten verzeihen. All die Menschen, die Dir weh getan haben.

Apropos „Filmraum“: In diesem Prozess kommen die beiden anderen Faktoren zum Tragen, die wesentlich sind, um den „Liebeskummer“ zu heilen.

Der eine ist Lernen. Der andere ist: Alte Überzeugungen und Entscheidungen aufheben.

Was auch immer damals los war, es gibt was zu lernen. Vielleicht warst Du noch so jung, dass Du bestimmte Zusammenhänge nicht durchschaut hast. Wenn sich Eltern zum Beispiel scheiden lassen, denken die Kinder oft, es wäre ihre Schuld. Das ist zwar Blödsinn, aber als Kind empfindet man halt so.

Später, wenn man reifer und erwachsener ist, weiß man es natürlich besser. Die Eltern waren unerfahren, hatten ihre eigenen Probleme und haben es nicht anders auf die Reihe bekommen.

Vielleicht ist man auch in bestimmten Situationen naiv gewesen, hat Signale ignoriert und so weiter.

Das alles gilt es, jetzt zu lernen. Die „Filmraum“-Meditation ermöglicht Dir genau das.

Aber Du kannst auch eine kleine Geschichte darüber schreiben, wo Du von dem kleinen Mädchen erzählst, dem widerfährt, was Dir widerfahren ist. Also quasi aus der Distanz, aus der Beobachterrolle. Dabei kannst Du Dich auch in die anderen hineinversetzen. Wie ging es denen damals? Warum haben die wohl so gehandelt? Was haben die sich eigentlich gewünscht?

Oft ist diese Sicht besonders heilsam. Man begreift, dass die anderen selbst ihre Probleme hatten, es nicht besser wussten oder gar selbst so verletzt waren, dass sie aus der Not heraus gehandelt haben.

Wichtig sind vor allem die Fragen: Was hast Du damals zu der Situation beigetragen? Und was kannst Du heute besser machen?

Sobald Du das Gefühl hast, alles wichtige gelernt zu haben, besteht der letzte Schritt darin, die Entscheidungen von Damals zurückzunehmen. „Ich will mich nie wieder verletzen lassen.“ „Ich lass keinen mehr an mich ran“. Und so weiter.

Auch das kannst Du im „Filmraum“ erledigen.

Manche Leute treffen die Entscheidung, sich sofort wieder ins Getümmel zu stürzen. Andere sind da etwas dezenter und beschließen, sich Schritt für Schritt für etwas Neues zu öffnen.

Wie immer und was auch immer Du für dich entscheidest, und zwar wirklich und von ganzem Herzen entscheidest, wird Dein Inneres als neue Anordnung entgegennehmen – und dann dafür sorgen, dass es in Dein Leben tritt. Genau so akkurat und effektiv wie Deine frühere Entscheidung.


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