Martin nimmt ab (Teil 14): Phase Zwei

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(Anfangsgewicht: 100,2 Kilo. Ziel: 84 Kilo bis zum 16.09.2011. Etappenziel: 4 Kilo pro Monat. Letzte Woche: 93,5 Kilo)

Tja, seit einigen Wochen trete ich auf der Stelle.

Mal geht das Gewicht ein bisserl herunter. Dann wieder etwas nach oben.

Aber im Schnitt bleibe ich irgendwo bei 93,5 – 94 Kilos hängen.

Immerhin. In den letzten Tagen habe ich wenig Sport gemacht. Und ich habe mich essenstechnisch auch nicht sonderlich zurückgehalten. Morgens mein Müsli. Mittags häufig Pasta und Fleisch. Abends nur Eiweißhaltiges und so gut wie keine Kohlehydrate (evtl. mal etwas Zucker in einer Barbecue-Sauße, aber das auch dann nur dezent).

Die gute Nachricht lautet also: Ich kann mein Gewicht halten.

Aber das ist indes nur ein schwacher Trost, denn auf der Zielgeraden fühle ich mich momentan nicht.

Allerdings habe ich eine Idee, woher das kommt…

Fangen wir mit meinem letzten Beitrag und den Kommentaren an.

So schrieb mir die Christine :”Ich hätte es nie gewagt, wie Du, jeden Monat die gleiche Menge anzustreben, weil ich schon im voraus meinte, theoretisch und praktisch sei das überhaupt nicht möglich.”

Dem hielt Karin vom Kurs “Schlank sein kommt von Innen” etwas Interessantes entgegen: “Es geht darum wie nach dem Gesetz der Anziehung “dicke Gedanken”, “dicke Erwartungen” und “dicke Glaubenssätze” funktionieren. Eine Erwartung die du im Blog formuliert hast ist, dass du ca. 6 Monate dein neues Gewicht halten musst, damit dein Körper gelernt hat, wie das funktioniert. Eine Erwartung, die sich bestätigen wird, wenn du sie so lässt. Es muss nämlich absolut nicht so sein.”

Karin legt hier den Finger auf einen wunden Punkt: Meine Erwartungen.

Als ich Karins Zeilen las, fiel mir siedendheiß ein, dass ich tatsächlich ein paar Mal auf die Waage gestiefelt war und angesichts der purzelnden Pfunde meinte: “Bestimmt erreiche ich bald mal ein Plateau.” Tatsächlich sah ich vor meinem geistigen Auge 93 Kilo.

Aber irgendwie hatte ich das verdrängt – bis mich Karins Kommentar daran erinnerte.

Bevor ich jedoch eine Schlussfolgerung daraus zu ziehen wage, möchte ich noch etwas tiefer graben.

Woher kam denn meine Ansicht, dass ich ein Plateau erreichen würde?

Aus einem Buch, dass ich vor. ca 5 Jahren gelesen habe. Dort hatte ein amerikanische Fitnesstrainer geraten, erst das Essen umzustellen, auf das Plateau zu warten und dann mit Sport zu beginnen, um den Körper übers Plateau hinaus zu treiben.

Für mich machte das Sinn, ergo glaubte ich es.

Und das bringt mich zu einem Dilemma, das mich in den letzten Tagen ziemlich wurmt: Die verwirrende Vielfalt von Informationen im Abspeck-Business.

Die einen sagen: Nur Gemüse und Fleisch. Keine Kohlehydrate. Die nächsten wiederum: Unbedingt auch Kohlehydrate, sonst ist das Ganze nicht ausgeglichen.

Der eine sagt, es dauert 6 Monate, bis der Körper das neue Gewicht gelernt hat. Die andere meint, dass dem nicht so ist.

Die einen sagen, 1 Kilo pro Woche ist realistisch (oder auch unrealistisch). Und Plateaus gehören dazu. Dann aber ruft mich heute, genau heute!!!, ein befreundeter Trainer an, der in den letzten 15 Wochen 26 Kilos abgenommen hat! Nur einmal hatte er 400 Gramm zuviel im Vergleich zur Vorwoche. Ansonsten hat er stramm 2 Kilos pro Woche “abgelegt”. Und zwar mit Kalorienzählen. Und ein bisserl Sport.

Aaaaaaaaaaaaaaah!

Ja, was denn nun?

Jeder sagt was anderes, und ich bin vollkommen verwirrt.

Das ist meine Einsicht, die ich in den letzen Tagen gewonnen habe: Je mehr ich den echten und selbsternannten Experten da draußen zuhöre, desto wuschiger werde ich.

Das zeigt sich auch in meiner Zielsetzung. Zwar habe ich mir 84 Kilo gesetzt. Aber auf Christines Beitrag schrieb ich: “Ich habe keine Ahnung, wie ich am 16.09. dastehen werde. Vielleicht werde ich mein Ziel von 84 Kilo verfehlt haben. Vielleicht habe ich nur 87 Kilo geschafft. Oder gar nur 90.”

Und darauf hin erwiderte Karin gewohnt treffsicher: “…Du wärest eigentlich mit 87 oder 90 kg auch zufrieden …was jetzt;o)))? Dein Körper wird sich höchstwahrscheinlich bei 90 einpendeln, wenn du die Richtung schwammig hältst. Formuliere die 90 als klares Etappenziel und sieh es auch als solches.”

Mooooooment!

Ganz so einfach ist das nun aber nicht.

Denn ich will meinen Körper nicht überfordern. Ich erinnere mich nur zu genau an letztes Jahr, als ich mir bei der letzten Staffel von “Mach das Beste aus 2010” zuviel vorgenommen hatte und mein Körper mir das mit diversen Grippen quittierte.

Eine ziemlich lehrreiche Erfahrung, unangenehm zwar, aber sie führte mich zu einigen sehr wichtigen Durchbrüchen: Meine Kurse “Finde Deine Innere Stimme” (die eigene Intuition entdecken) und “All you need is: Love!” (u.a fremde Erwartungen ablegen und seinen eigenem Herzen folgen) waren unmittelbare Ergebnisse aus diesem intensiven Prozess.

Und genau das hat mir in den letzten Tagen stark zu denken gegeben.

Habe ich eigentlich auf mich selbst gehört bei all den Meinungen, die mich seit Beginn dieser Staffel gefragt und ungefragt begleiten?

Nööö.

Nicht so wirklich.

Mhm.

Tja… und darum habe ich mich entschieden, meine Strategie zu ändern.

Phase zwei ist angesagt.

Ciao Ihr vielen Stimmen da draußen.

Ihr könnt mich mal kreuzweise.

Diese Woche werde ich einfach tun, was mir am besten liegt.

Nach Innen gehen.

Mich auf meinen Körper einstimmen.

Und herauszufinden, was mein Körper eigentlich möchte.

Keine Ahnung, was dabei rauskommt.

Aber wenn Sie ebenso neugierig sind wie ich: Bleiben Sie dran.

Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.


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  1. lieber martin!

    das was ich jetzt sage wird, vor allem weil ich selbst als trainerin und coachin tätig bin, vermutlich einen sturm der entrüstung auslösen: ich halte es für völlig unzulässig und unrealistisch in diesem zusammenhang ein ziel mit gewichtsangabe und zeitraum anzugeben. keiner weiß, wie sein körper reagieren wird umd wohin es führt auf “teufel-komm-raus” einer bestimmten zahl nachzurennen hast du schon gesehen.
    aus meiner sich wäre es sinnvoller zu sagen: ich möchte dieses gewicht erreichen und konstant daran arbeiten und brauche dafür so lange es eben dauert. – oder (wahrscheinlich noch sinnvoller) ich möchte jetzt eine neue körperliche lebensweise etablieren, dazu nehm ich mir eine zäsur vor in der ich konzentriert abbaue und dann versuche ich etwas sinnvolles für die dauer zu finden. was dabei als zahl raus kommt, wird man sehen, so lange es in die richtige richtung geht.
    oder: ich möchte wieder 5 stockwerke zügig hochgehen können, ohne dss mir die puste ausgeht…
    ich denke, ein ziel, das so geformt ist, wie du es getan hast, ist eigentlich ein “erfolg” und kein “eigentliches ziel”
    just my 2 cents
    susanne aus wien

    • Also von meiner Seite aus wird es keinen Sturm geben.

      Ich sehe das mit Zielen so: Sie sind Leuchttürme, die uns inspirieren. Und ob ich sie immer zum gewählten Zeitpunkt erreiche oder nicht, wird sich zeigen.

      Ich setze mir oft Ziele, die ich so, wie ich es definiert habe, NICHT erreiche. Sondern oft erst ein bisschen später. Oder in einer leicht abgewandelten Variante.

      Aber ich komme früher oder später dahin.

      Und dennoch funktioniert das Ganze nur, wenn es einen konkreten Termin und konkrete Parameter gibt.

      ;-)

      Martin

  2. Hallo Martin,

    ich bin etwas irritiert. Ich habe Deine Seite heute gefunden, weil ich ein Video von Andre und Dir über Selbstliebe gesehen habe. Als ich dann hier gelandet bin, fragte ich mich, wieso Du nicht sein “Abnehmennow” Programm zur Hilfe verwendest. Magst Du mir antworten?

    Liebe Grüße Petra

  3. Hallo Martin,

    Danke für die Antwort. Dennoch liest sich das Programm von Andre so an, als ob es wirklich leicht ist damit abzunehmen, ohne diesen normalen Weg über Sport, Ernährungsumstellung usw.

    Mittlerweile bin ich auch der Meinung, dass “Abnehmen” eine mentale Sache ist. Dir weiterhin viel Erfolg.

    Liebe Grüße Petra

    • Hi Petra,

      da stimme ich Dir zu. Und tatsächlich ist das auch der Aspekt, der momentan für mich besonders wichtig ist.

      Mehr dazu am Montag, wenn es Teil 15 gibt.

      ;-)

      Martin

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