Martin nimmt ab (Teil 17): Ende. Und Strategiewechsel

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(Anfangsgewicht: 100,2 Kilo. Ziel: 84 Kilo bis zum 16.09.2011. Etappenziel: 4 Kilo pro Monat. Vor 14 Tagen: 92,3 Kilo)
Vor einigen Tagen bin ich aus einem ziemlich großartigen Urlaub vom Gardasee heimgekehrt. Und ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich mich ein wenig vor den vierzehn Tage gefürchtet habe. Im Land von Pizza und Pasta habe ich eigentlich immer ein paar ordentliche Kilos zugelegt.

Wer nun die Zahlen oben studiert, wird feststellen, dass ich wieder zugelegt habe.

100 gramm.

Allerdings hielt dieser Urlaub etwas anderes für mich parat, das bei mir ein Umdenken provoziert hat.

Fangen wir damit an, wie ein typischer Tag am Gardasee für mich aussah: Morgens eine große Schale mit Joghurt und frischen Früchten (Ananas, Melone, Weintrauben, Banane). Mittags meist so etwas wie Käse, Melonen und Schinken. Also ein relativ leichtes Mittagessen. Abends dann in der Regel ein Steak und Salat.

Keine Pizza. Und nur einmal etwas Pasta.

Auch der Alkohol floß dezent. Meist trank ich einfach nur Wasser. (Okay, es gab auch zwei Abende, wo man mich aufs brutalste zu Prosecco und Baccardi gezwungen hat. Aber das war echt nicht meine Schuld…)

Also lange Rede, kurzer Sinn: Auch im Urlaub bin ich ziemlich gerade aus geblieben.

Und zwar gerne.

Ich habe mich in meinen neuen Lebensstil verknallt.

Ich liebe es, mich frisch und gesund zu ernähren.

Aber dennoch…

…bleibt festzustellen: Ich habe mein vor vielen Wochen gesetztes Ziel nicht erreicht.

Und ich werde es auch in der gesetzten Zeit (Stichtag 16.09.) nicht erreichen.

Ausgegangen bin ich ja von 100,2 Kilos. Ich wollte hin zu 84 Kilos. Gelandet bin ich heute, 9 Tage vor Ablauf, bei 92,4 Kilo.

Wer meinen Verlauf in den letzten Wochen mitgelesen hat, weiß, dass ich die ersten Kilos ziemlich schnell herunterbekommen habe – bis ich bei ca. 94 Kilo auf ein Plateau stieß. Ich schoss noch mal hoch auf 95,6, ging dann wieder runter auf 93,6, aber pendelte mich immer wieder auf die 94 Kilo ein.

In der Zeit betrieb ich schon Sport in Form von Trampolinspringen. Und zwar recht intensiv – also richtig bis ins Schwitzen hinein.

Schließlich bekam ich von Karin Kramer den entscheidenden Tipp (siehe mein letzter Blogbeitrag vor dem Urlaub), woran es liegt: Mein Körper hatte sich bereits an das Training gewöhnt. Und darum brachte meine Springerei: gar nichts.

Karin legte mir also ein Intervalltraining ans Herz: Ein paar Minuten leicht joggen und dann eine Minute richtig Gas geben.

Das war heftig (siehe hier). So schnell bin ich noch nie aus der Puste gekommen.

Egal.

Ich bin ein zäher Hund.

Also bin ich auch im Urlaub gelaufen.

Mit ähnlich ernüchternden Erfahrungen: Ich kam binnen weniger Minuten an eine Grenze, die ich einfach nicht knacken konnte. Meine Muskel zogen sich zusammen, und ich bekam Atemnot.

Das hat leider eine Vorgeschichte: Als kleiner Junge war ich schwerer Asthmatiker. Es war so schlimm, dass ich manchmal keine fünf Meter laufen konnte. Erst als ich zehn oder elf war, so genau weiß ich das nicht mehr, entdeckte man, dass ich Allergiker bin – und als wir unsere Katze verbannten, verschwand auch mein Asthma.

Allerdings blieb ein Anstrengungsasthma zurück: Immer, wenn ich im Sportunterricht an eine Grenze kam, wurde ich von meinem jahrelangen Begleiter heimgesucht. Panzer um die Brust. Schnappatmung. Husten.

Später, nach der Schule, bin ich dem Sport dann meistenteils aus dem Weg gegangen. Es gab zwar immer wieder Anläufe, aber die Erfahrung, in Atemnot zu geraten, hat in mir so herbe negative Gefühle provoziert, dass ich es immer wieder dran gegeben habe.

Und nun Schnellvorlauf zum Gardasee. Wieder stand ich am Wegesrand, mit hochrotem Kopf, und versuchte, meine Atemnot zu zügeln.

Und da habe ich einen Entschluss gefasst.

Ich möchte laufen lernen. Ich möchte eine gute Kondition. Nicht eine großartige. Sondern “nur” eine gute. Ich will in der Lage sein, eine schöne Strecke am Stück laufen zu können.

Ich möchte diese Grenze, die mich mein Leben lang in Beschlag gehalten hat, durchbrechen.

Keine Ahnung, ob und wie das geht.

Aber das ist mein Ziel.

Mehr dazu in der nächsten Woche. Denn dann werde ich ein neues Kapitel aufschlagen.

Doch erst möchte ich diese Staffel würdig zu Ende bringen.

Halten wir fest: Mein Ziel von 84 Kilo habe ich nicht erreicht.

Geschafft habe ich jedoch: Gute 8 Kilo runter: Und dieses Gewicht die letzten zwei Monate passabel gehalten.

Mein Leben hat sich von grundauf verändert. Ich ernähre mich bewusster, weitaus gesünder und vor allem auch leckerer.

Auch wenn ich mein Ziel nicht erreicht habe, so bin ich stolz und glücklich, dass ich das Ganze durchgezogen habe.

Denn ich weiß noch ziemlich genau, wie es die letzten Jahre gewesen ist: Kilo um Kilo kamen drauf, so dass ich immer weniger in den Spiegel schauen wollte.

Hier ein Bild vom letzten Jahr am Gardasee (2010):

Und so sah ich dieses Jahr am Gardasee aus:

Ok. An meinem Brillengeschmack kann noch gefeilt werden. Aber man sieht einen Unterschied.

Und der ist nicht nur körperlich.

Sondern auch innerlich: Mein Leben ist ein anderes geworden. Viel aktiver. Und vor allem gesünder.

Aber dabei soll es nicht bleiben.

Im Gegenteil.

Jetzt geht es erst richtig los.

Denn ich habe nach wie vor Lust, weiter abzunehmen.

Aber das wird bei meiner nächsten Staffel, die ich ab 17.10.2011 einläuten werde, nicht unbedingt im Vordergrund stehen.

Es geht mir nicht darum, eine bestimmte Kilogrammzahl zu erreichen. Sondern ich will gesünder und fitter werden.

Und diese Grenze durchbrechen.

Mehr dazu in einer Woche hier im Blog

Ich hoffe, Ihr seid auch bei meiner nächsten Phase dabei.

Euer

Martin


  1. schöne Bilder! Ich habe es in Italien! Ich muss einfach zurück an den Gardasee

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