Warum uns groooooooooße Ziele blockieren
Immer wieder erreichen mich Fragen von Menschen, die sich selbst oder andere coachen wollen – und dann auf herbe innere Blockaden stoßen.
So schrieb mir über Facebook eine Frau zu der Selbstcoaching-Methode “Afformationen” folgendes:
“Ich habe gestern mit meinem Sohn ein Coaching mit deiner neuen Methode gemacht. Wir haben nach einer Weile zwei Sätze herausgearbeitet. Ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis, habe jedoch bei ihm immer noch Widerstand und grossen Druck gespürt.
Da fehlendes Selbstvertrauen sein Problem ist, fühlte er sich nach den beiden Sätzen: Warum habe ich an heute in jedem Bereich meines Leben soviel Selbstvertrauen wie beim Gamen?
Und: Warum bekomme ich ab sofort alles geregelt? noch mieser, weil es ja eben nicht so ist. Er war so blockiert, dass er keine Antworten fand.”
Wann immer man beim Coaching auf Blockaden trifft, ist Obacht angesagt.
Denn eines der größten Hindernisse – nicht nur beim Coaching – ist ein zu großes Ziel.
Ja, richtig gelesen: Zu große Ziele sind kontraproduktiv.
Ich weiß: Wer Tony Robbins oder Jürgen Höller oder andere Tschakka-Trainer studiert hat, der wird an dieser Stelle einwenden, dass man nur dann richtig motiviert ist, wenn man es möglichst groooooooooß angeht.
Blödsinn.
Eine der größten Hindernisse im Menschen ist die Angst vorm Unbekannten.
Denn Unbekanntes ist unberechenbar (sonst wäre es nicht unbekannt) und das versetzt unser Gehirn, unseren Verstand sofort in einen Alarmzustand.
Denn der ist auf Sicherheit gepolt.
Dieser Alarmzustand entsteht, ohne dass wir ihn bewusst mit unserem Verstand steuern können.
Das hat jeder von uns schon erlebt: Wir sollen vor einer unbekannten Gruppe etwas vortragen und wir bekommen Lampenfieber. Automatisch. Das ist quasi in unser Betriebssystem eingebaut. So wurden wir ab Werk ausgeliefert.
Groooooooooße Ziele sorgen außerdem dafür, dass man sich schnell überfordert, leichter verzettelt und permanent unzufrieden ist. Wer bis jetzt monatlich 4000 Euro verdient, wird sich unter erheblichen Stress setzen, wenn er sich plötzlich vornimmt, ab sofort 20.000 Euro monatlich reinzuholen.
Besser ist: 20.000 Euro als Fernziel zu setzen. Und sich jetzt darauf zu konzentrieren, eine 10 bis 15 prozentige Gehaltserhöhung in den nächsten Monaten zu erwirken. Wenn das gut geklappt hat, kann man sich ja ein nächstes Ziel setzen, dass etwas ehrgeiziger ist (6.000 Euro als nächster Sprung).
Wer 120 Kilo wiegt, der nimmt sich nicht vor, in 8 Wochen auf 60 Kilo zu kommen. Sondern vielleicht in einem Monat auf 115 runterzugehen.
Das klingt vielleicht nicht ganz so sexy. Aber die Politik der kleinen Schritte zahlt sich einfach in vielerlei Hinsicht aus:
Um so mehr freut es mich, dass die Frau auf folgende Idee gekommen ist: “Ich habe mir dann überlegt, ob es eine offenere Variante gäbe, die weniger Druck aufbaut. Hale Dowskin arbeitet ja in der Sedona Methode mit dem Konditional. z.Bsp. Könntest du dieses Gefühl willkommen heissen? Könntest du es loslassen?
Deshalb habe ich dann die Sätze abgeändert. Nun sehen sie so aus.
– Warum könnte ich ab heute in jedem Bereich meines Lebens soviel Selbstvertrauen haben wie beim Gamen?
- Warum könnte ich ab sofort alles geregelt bekommen?“
Großartige Lösung, finde ich.
Und da wir gerade bei der Sedona-Methode sind – es gibt hier bei coach-your-self.tv eine aufgebohrte und deutlich erweiterte Variante: EGON. Die ist wie der “Afformations-Prozess” auch kostenlos hier erhältlich.
Aber was meint Ihr dazu?
Welche Erfahrung habt Ihr mit groooooooooßen Zielen?
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Hallo Martin,
Dein Artikel deckt sich voll und ganz mit meinen Erfahrungen. Ich bin seit einiger Zeit dabei mich selbständig zu machen, was von Anfang an ein riesiges Projekt war. Anfangs fehlte mir ein Ansatzpunkt, der Berg an zu bewältigender Arbeit war einfach zu groß. Und so zog sich die Realisierung ewig hin – da demotivierte mich und vermittelte mir das Gefühl, niemals fertig zu werden. Untergründig baute ich in mir einen Druck auf, trotz Feierabend etwas tun zu müssen, da es einfach nicht vorwärts ging.
Die Lösung brachten die von Dir genannten kleinen Ziele. Da es um ein Softwareprojekt geht, nahm ich mir nach und nach die einzelnen Programmteile vor, ließ sie testen und konnte Punkt für Punkt abhaken. Und binnen 2 Wochen schaffte ich mehr zuvor in 3 Monaten. Und plötzlich macht es auch wieder Spaß.
In sofern: herunterbrechen grooooßer Ziele in viele kleine ist definitiv das Mittel der Wahl.
Ich stimme Tobi ganz und gar zu. Ich hatte mein FAchabitur nachgeholt und das war sehr stressig. Teilweise haben wir bis zu 5 Arbeiten in einer Woche geschrieben. Mein Fernziel war natürlich mein Abitur erfolgreich zu absolvieren. Aber der Gedanke 5 Arbeiten in einer Woche zu schreiben hat mich emotional kaputt gemacht. “Wie soll ich das ganze je in meinen Kopf bekommen”, dachte ich mir. Also beschloss ich es etappenweise anzugehen. ich schaute mir jedes FAch seperat an und nun erschien mich der Unterrichtsstoff nicht mehr zu erschlagen.
Der Blick auf die einzellnen Ereignisse und nicht auf das GAnze hat mir doch sehr geholfen. Also kann auch ich nur sagen” Der Berg lässt sich leichter erklimmen, wenn man ihn Schritt für Schritt besteigt, anstatt man versucht, mit einen großen Sprung an der Spitze anzukommen”…
Hallo Martin,
auch ich kann Deine Ausführungen bestätigen. Ich habe lange den Fehler gemacht, den Kontostand als “DAS Barometer” für meine Erfolge zu sehen. Dabei habe ich die vielen kleinen Erfolgssteinchen völlig übersehen …
Seitdem ich diese viel mehr beachte und über Tag einsammel und für mich dokumentiere, erkenne ich mit großer Freude, wie viele Erfolge schon da sind und das motiviert mich zu den “größeren Taten”
Herzliche Grüße, Ulrike
Hallo Martin,
sehr gerne bin ich hier auf deiner wirkich tollen Seite und lese immer wieder mit Freude deinen Newsletter mit den tollen Links..
Zu deinem Artikel möchte ich sagen, dass es beides ist. Ohne ein klares, ja auch größeres Ziel ist die Möglichkeit gegeben, dass mir die Motivatin fehlt, die kleinen Schritte konsequent und regelmäßig anzugehen. Ja und ohne die bewusst gefeierten kleinen Schritte, werde ich natürlich nie oder sehr schwer wie beschrieben auch große Ziele erreichen. Mich motivieren klare Bilder und Visionen und geben mir mit einem riesiegen Vertrauen die Nahrung für meine kleinen Schritte, die so automatisch und mit Vorfreude auf die Zielerreichung folgen..
In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg mit coach-your-self.tv und mit allem was du sonst noch so angehst…
Herzliche Grüße
Kai