Der “eine” Faktor, warum der Finanzcrash kommen wird! Leider.

10 Beiträge

(Vorab: Dies ist wieder einer meiner unausgegorenen, spontan verfassten Blogartikel)

Roland Betz, Autor dew Lebenswohlstands-Kurses und seines Zeichens wohlsituierter Unternehmer, der am Gardasee lebt, schrieb heute in einem Rundmail wegen eines Artikels auf n-tv.de.

“Guten Morgen, Ihr Lieben! ist das Schwarzmalerei oder ist da was dran? Ich kann mir dieses Szenario gar nicht vorstellen und ich weiß auch überhaupt nicht, was der richtige Weg sein könnte.”

Worum es in diesem Artikel geht?

Dass am 03.10.2011 könnte Europas Einheit crashen könnte.

Ich wollte ihm direkt antworten – entschied mich aber für den Blog.

Nicht, weil ich hier irgendwelche Wahrheiten zu verkünden hätte.

Sondern weil ich an einem Dialog mit Euch interessiert bin.

Denn ich bin, was die Finanzwelt angeht, noch nicht mal Laie.

Und doch halte ich einen Crash anhand dessen, was ich aus meiner arg begrenzten Sicht mitbekomme, leider für logisch.

Warum?

Weil es einen Faktor gibt, der so mächtig, so groß und so unglaublich schwer zu bekämpfen ist, das eine Rettung meines Erachtens scheitern wird.

Obwohl, und das möchte ich an dieser Stelle betonen, eine Rettung möglich ist. Sehr leicht sogar.

Gäbe es halt nicht den einen Faktor

Schauen wir uns das Szenario doch einmal von außen an. Griechenland ist so sehr in den Miesen, das es seinen Schulden, selbst wenn es wollte, nicht zurückzahlen kann. (Übrigens, laut tagesschau.de sind es 300 Milliarden Schulden, laut süddeutsche.de gar 350 Milliarden – wie viel genau es sind, scheint niemand zu wissen.)

Die Schulden sind schon schlimm genug.

Aber leider nicht das eigentliche Problem. Nicht der eine Faktor, der uns an den Abgrund herangeführt hat – und uns da runterstürzen wird, wenn wir keine Lösung finden.

Schauen wir uns einmal die Situation in Griechenland an – denn sie zeigt, wie der Mechanismus funktioniert.

Wir haben also ein Land, das einem seidenen Faden über dem Abgrund baumelt. Ein ungeschickter Windstoß, und das Land stürzt in die Tiefe.

Aber es gibt Retter, die Rettungsseile auswerfen. Die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der  Internationale Währungsfonds (IWF) – in der Presse als “Troika” tituliert.

Sie sind bereit Kredite zu geben. Sie sind vermutlich sogar bereit einen Schuldenschnitt zu machen – das heißt, auf einen Teil der Forderungen zu verzichten.

Was sie indes nicht tun wollen: Das viele Geld in das Land versickern lassen, um dann kurz darauf nochmal nachlegen zu müssen.

Sie fordern, dass Griechenland den eigenen Haushalt in den Griff bekommt.

Und genau jetzt wird es interessant.

Was macht das Land, das am seidenen Faden baumelt und kurz vor dem Absturz ist?

Die griechische Regierung war nicht bereit, 100.000 Beamte zu entlassen, und so zogen die Retter  ihr Rettungsseil zurück.

Das war vor gut vierzehn Tagen.

Nun sind sie wieder da und prüfen den Stand der Dinge.

“Zuvor versprach Ministerpräsident Giorgos Papandreou in Berlin”, so die Welt Online,  “Griechenland werde endlich alle Verpflichtungen umsetzen. Doch Finanzminister Evangelos Venizelos kann den Prüfern wieder nur wenig Konkretes bieten. Die Anweisung, Namenslisten für Entlassungen vorzulegen, ignorierten die meisten Ministerien und Behörden. Stattdessen schrieben sie dem Minister, wie viele zusätzliche Stellen ihr Haus benötige.”

Die fette Herausstellung stammt von mir, denn in diesen spröden Zeilen zeigt sich schon die Grimasse des einen Faktors, der nicht nur Griechenland, sondern die gesamte Finanzwelt in das bevorstehende (aber dennoch vermeidbare) Crahszenario hineintreibt.

“Der Reformunwille auch auf der staatlichen Führungsebene ist symptomatisch für das weitgehende Scheitern bisheriger Spar- und Reformversuche. Dazu kommt der Widerstand vieler Lobbys”, schreibt “Welt Online“.

Falls noch immer unklar sein sollte, was der eine Faktor ist, der die Krise hervorgebracht hat, sie weiter verstärkt und damit den Crash um so wahrscheinlicher macht: Es ist Egoismus.

Es ist das Eigeninteresse, das das Gemeinschaftliche torpediert.

Und dabei ist Gemeinschaftsdenken das Einzige, was uns noch retten kann.

Was erleben wir stattdessen? “Bereits am Dienstagabend lieferten sich Polizisten Tränengasschlachten mit militanten Demonstranten. Auch die Polizeigewerkschaft hat freilich schon zu Protesten gegen drohende Gehaltskürzungen aufgerufen. Der Protest der Lobbys ist umso effektiver, als sie eng mit der regierenden Pasok-Partei verbunden sind.”

Sind die griechischen Lobbys die einzigen, die durch ihren Egoismus die Sparmaßnahmen (und damit möglicherweise nicht nur das Land sondern auch sich selbst) zu Fall bringen?

keineswegs.

“In fast allen europäischen Ländern sind die Regierungen durch interne Kalamitäten paralysiert oder in eine Vorwahlkampf-Starre verfallen”, schreibt Prof. Dr. Klaus Schweinsberg in dem n-tv Artikel, den Roland in seinem Mail zitierte, “  Angela Merkel hat im Bundesrat die Mehrheit und in ihrer Koalition den Rückhalt verloren. Auch wenn sie mit letzter Kraft noch eine knappe Kanzlermehrheit zusammenbekommen hat. Italien ist inzwischen letztlich führungslos. In Spanien ist Jose Luis Rodriguez Zapatero auf dem Absprung. David Cameron kämpft noch. Und Nicolas Sarkozy bangt.”

Das gleiche Szenario können wir in den USA beobachten: Das Land hat wirtschaftlich gesehen den tiefsten Punkt seit dem Ende des zweiten Weltkriegs erreicht, leidet wie Europa unter einem astronomischen Schuldenberg und ist politisch bis zur Handlungsunfähigkeit zerrissen. Es hat keine Reserven mehr, um die amerikanische Wirtschaft zu stimulieren. Und Steuererhöhungen würden den Schuldenberg nur noch vergrößern.

Aber wir Europäer haben keinen Grund, uns deswegen erhaben zu fühlen: “Eine gemeinsame Verteidigungslinie der Mitgliedsstaaten”, meint Prof. Dr. Schweinsberg über Europas Länder, “ist nicht zu erwarten. Europa hat sich verausgabt. Und steht nun kraftlos und schutzlos da. Wir stehen fürwahr vor entscheidenden Tagen.”

Auch Bodo Schäfer, seines Zeichens Autor von “In 7 Jahren zur ersten Million”, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis (gelesen übrigens bei Stefan Frädrich): “So merkwürdig es klingt: Die momentanen Probleme sind in ihrer Wurzel keine Wirtschaftsprobleme, sondern politische Probleme. Es gibt in Europa keine wirkliche politische Einheit. Die Amerikaner sagen: Die Euro-Zone ist eine sehr egoistische Union. Jeder will vom anderen profitieren, keiner will dem anderen helfen.”

Damit hat Schäfer recht.

Allerdings stimme ich ihm in einem Punkt nicht zu.

Es handelt sich hier nicht um politische Probleme.

Sondern um menschliche.

Egoismus ist eine Eigenschaft, die sich wie ein roter Faden quer durch unser (also Dein und mein) gesamtes Leben zieht.

Ob wir uns zuhause im Wohnzimmer mit dem Lebenspartner zoffen, ob im Besprechungsraum der Vorstandsetage wieder mal ein Mitglied abgesägt wird, ob in der Schlägerei vor der Diskothek, im verbalen Schlagabtausch einer Talkshow oder beim Anraunzen eines Autofahrers, der uns die Vorfahrt genommen hat: Egoismus ist ein menschliches, allzumenschliches Phänomen. Kein allein Politisches.

Genau hier liegt die Crux.

Genau darum ist meines Erachtens ein Crash leider nur logisch.

Egoismus ist ein Teil der menschlichen Psyche.

Und zwar ein notwendiger Bestandteil unseres Wesens.

Es ist gut, wichtig und richtig, dass wir für uns einstehen, Grenzen ziehen und einen Standpunkt behaupten können.

Aber wie alle Zutaten, die ein leckeres Essen bereichern,kann ein Zuviel das gesamte Gericht verderben. Salz gibt dem Abendessen Würze. Ein Übermaß jedoch macht es ungenießbar.

Und genau hier befinden wir uns gerade.

Wir haben zulange dem Egoismus freie Fahrt gelassen, es ist ein Übergewicht entstanden, wir haben die Balance verloren und hängen nun – wie Griechenland – überm Abgrund.

Die größte Gefahr, die uns nun aber droht: Den Egoismus anzugreifen – denn das wäre, paradoxerweise, nur eine Fortführung des Egoismus.

Es wäre fatal, mit dem Finger auf irgendjemanden zu zeigen und zu sagen: “Du bist Schuld.”

Zum Beispiel die “bösen, bösen” Banker zu verdammen, die durch ihre Profitgier das Bankensystem in den Abgrund getrieben haben, von der Gemeinschaft der Steuerzahler gerettet wurden – und due sich allererstes all die Boni auszahlen ließen, die ihnen beinahe verloren gegangen wären.

Oder die “bösen, bösen” Politiker, die sich vor ihrer Wählerschaft profilieren und dafür ihre Gegner diskreditieren – anstatt zusammenzuhalten.

Odert die “bösen, bösen” Konzerne, die immer mehr Profite einstreichen–  und damit das Spagat zwischen Arm und Reich verstärken.

All diese Akteure tun nur, was wir alle (und damit meine ich Dich und mich) jeden Tag praktizeren: Um die eigenen Interessen kümmern.

Der Banker, der seine Boni haben will, hat schließlich dafür gearbeitet. Der Politiker, der gewählt werden will, macht nichts weiter als seinen Job. Und die Konzerne sind zum Erfolg verdammt, sonst werden die zahlreichen Aktionäre ihr Geld verlieren.

Damit wird, so hoffe ich, deutlich, dass ich kein Feind des Egoismus bin. Und auch nie sein werde.

Ihn zu bekämpfen, würde den Egoismus gar verstärken.

Denn Egoismus entspringt letztendlich: der Angst.

Der Angst, Schaden zu erleiden. Finanziell. Körperlich. Zwischenmenschlich. Oder wie auch immer.

Darum die Streiks in Griechenland, die mit Tränengas bekämpft werden.

Darum die Zerwürfnisse zwischen EU und den Briten, die den Euro als “Wahnsinn” (siehe Financial Times) und Europa als “brennendes Haus ohne Ausgang” bezeichnen.

Darum die zahlreichen und herben Schlagabtäusche zwischen deutschen Politikern.

Dahinter stehen Ängste vor einer drohenden Katastrophe, die das Gegeneinander immer weiter verschärfen – und damit verunmöglicht, was am dringendsten in der jetzigen Situation gebraucht wird: Miteinander.

So sieht es zumindest George Soros, ein berühmt, berüchtigter Spekulant, der die Gesetzmäßigkeiten der Finanzwelt so gut kennt wie nur wenige (er zockte unter anderem in den Neunziger die Bank von England um eine Milliardensumme ab). So fordert er als Gastautor bei stern.de, dass das Bankensystem unter eine europäische Leitung müsste.  Wir bräuchten “ein europäisches Finanzministerium, das Steuern erheben und sich deshalb auch Geld leihen kann. Dazu wäre ein neuer Vertrag notwendig, der die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) in ein ausgewachsenes Finanzministerium verwandelt.”

Diesen Gedanken der Gemeinschaft legt Soros auch uns Deutschen nahe: “Die deutsche Öffentlichkeit glaubt weiterhin, sie habe die Wahl, ob sie den Euro unterstützt oder nicht. Das ist ein schwerwiegender Irrtum. Der Euro existiert, und wegen seiner Einbindung in das weltweite Finanzsystem, in die Vermögenswerte und Schulden dieser Welt, würde ein Zerfall des Euro eine Kernschmelze auslösen, die weder von deutschen Institutionen noch von irgendeiner anderen Stelle eingedämmt werden könnte. Je länger die deutsche Öffentlichkeit braucht, diese harte und nüchterne Tatsache anzuerkennen, desto höher wird der Preis ausfallen, den sie und der Rest der Welt werden bezahlen müssen.”

Das ist endlich mal Klartext. Wir hängen mit drin. Lösen kann das Problem kein einzelner. Sondern nur wir alle gemeinsam.

Soweit die Theorie.

Aber was in der Praxis zu erwarten?

Vieles spricht momentan dafür, dass der Egoismus gewinnen wird.

Leider.

Möglicherweise ist deswegen der Crash unvermeidbar.

Aber, und das ist die gute Nachricht, nichts kann so gut tun, wie ein Crash.

Oft ist es erst ein Zusammenbruch, der einen Burn-out Kandidaten zur Besinnung bringt.

Als Coach habe ich immer wieder erlebt, dass manche Menschen erst vor den Trümmern einer Beziehung oder vor dem Scheitern seines vollkommen falsch gewählten beruflichen Karrierewegs stehen müssen, bis sie wirklich bereit und in der Lage sindt, den Fakten ins Auge zu sehen. Und zu erkennen, was wirklich zählt.

Und das ist vielleicht die gute Nachricht, die frohe Botschaft dieses Beitrags: Es gibt hunderttausende, vermutlich sogar millionen Geschichten des Scheiterns, denen eine innerliche Reinigung und damit ein vielversprechender Neubeginn folgte. (Eine davon ist hier bei coach-your-self.tv dokumentiert…)

Vielleicht sind es sogar nicht millionen sondern milliarden Geschichten: Denn kennen wir nicht alle Erfahrungen, in denen etwas in unserem Leben zusammenbrach, wir das Schlimmste erlebten, was für uns zu dem Zeitpunkt nur denkbar war — um dann zu erleben, dass es immer einen Neubeginn gibt?

Vorausgesetzt natürlich, man begreift, dass die Krise nichts weiter war als eine Einladung, umzudenken.

Diese Einladung zum Umdenken liegt nun vor Dir und mir auf dem Tisch.

Sehr wahrscheinlich können wir beide einen Crash nicht aufhalten (so er kommen sollte).

Aber wie Du und ich damit umgehen, ob wir mit Angst oder Zuversicht reagieren, ob wir egoistisch denken oder zusammenhalten – das liegt in unserer Hand.

Denn was passiert, wenn plötzlich keiner mehr die Rechnungen zahlen kann?

Gehen unsere Ideen verloren?

Unsere Technologien?

Unsere Häuser und Gebäude?

Die Straßen, Krankenhäuser oder Stadtwerke?

Die Satelliten, Fernsehanstalten oder Radiosender?

Die menschliche Arbeitskraft?

Der ganze Reichtum und Wohlstand, der uns umgibt.

All das kann bleiben.

Wenn wir zusammenhalten.

So, und nun Du: Was meinst Du?

Sehe ich die Dinge zu naiv?

Zu pessimistisch?

Was denkst Du über das Alles?


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  1. Lieber Martin,

    dass Du Dich als Laie bezeichnest, hat ein wenig mit Unterstatement zu tun. Dieser Blog bringt die Dinge wirklich auf den Punkt und spricht die Engpass-Situationen (fehlender Gemeinschaftssinn – Egoismen) deutlich an. So eine interessante Betrachtung habe ich bisher in keinem Zeitungsartikel gelesen oder im TV gesehen/gehört. Und nun können wir nur hoffen, dass das Fass nicht zum überlaufen kommt. Und wenn, dann wird es bei uns Menschen zu einem Paradigmenwechsel führen – und wie sagte Wowereit: …und das ist gut so.

    Beste Grüße vom sonnigen Gardasee
    Roland Betz

    • Lieber Roland,

      danke für die Blumen.

      Mein Statement als Laie ist jedoch keine Koketterie.

      Ich durchschaue die Finanzwelt nicht. Viele Fachbegriffe sind mir fremd. Die Dynamiken und Regeln dieser Branche haben sich mir noch nicht mal ansatzweise erschlossen.

      Darum bin ich sehr vorsichtig mit allem, was ich hier über Finanzen oder Politik schreibe. Man kann sich leicht einbilden, die “richtige” Brille aufzuhaben.

      Ich bin aber noch dabei, meine Sehschwäche zu testet – um dann die richtigen Gläser zu finden. Falls es die gibt.

      Und darum freue ich mich hier über Rückmeldungen. Damit ich lernen kann, den Blick zu schärfen.

      ;-)

      Martin

  2. Keine Ahnung! Ich steige da überhaupt nicht durch.

    Aber Du hast recht: Die Obstbäume meines Nachbarn werden auch nächstes Jahr reich tragen und er wird mir auch nächstes Jahr eimerweise Obst schenken, weil er davon einfach zuviel hat. Vielen Dank an dieser Stelle an den lieben Siggi!

    Also, Leute verschenkt doch alles wovon Ihr zuviel habt oder verleiht es doch einfach mal so an den Nachbarn. Ich mach das auch so.

    Wir auf dem Land schauen, dass es unseren Nachbarn auch gut geht.

    Schöne Grüße aus dem Allgäu

  3. Lieber Martin, das Thema geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich finde wir sollten optimistisch bleiben.

    Noch ein Beispiel: “Open Streetmap”, hier haben sich viele Leute einfach so zusammengefunden um ohne Geld und in der Freizeit richtig gute Straßenkarten zu erstellen. Es machen Leute mit, die nicht so geschickt sind und Leute die zur Spitzenklasse zählen. In der Summe schaffen sie jedoch Straßenkarten, die viel besser sind als die Dinger die man kaufen kann.

    Ich male mal ein tolles Zukunfst-Bild:
    Alle die ihre Arbeit gern machen werden es in irgendeiner Form auch weiterhin tun. Alle die ihre Arbeit hassen werden sich eine Beschäftigung suchen, die ihnen mehr liegt. (nur den wenigsten macht es Spaß den ganzen Tag untätig auf dem Sofa zu hocken)Drecksarbeit wird es nicht mehr geben, da die Arbeitsbedingungen besser werden und die Arbeit mehr gewürdigt wird.

    Und zum Schluß geht es uns allen besser! Wir leben im Überfluß und können was an unsere Nachbarn verschenken. (Wissen, Güter und Partys) Unseren Nachbarn geht es auch gut und wir bekommen auch ständig tolle Geschenke und Einladungen.

    Wow! Ich gehe jetzt Holunder pflücken, mache Saft daraus und schenke meiner lieben Nachbarin einige Flaschen davon. Jeder noch so kleine Beitrag ist wichtig.

    Nochmal schöne Grüße aus dem Allgäu und macht doch bitte alle mit!

    Maria

    • Hi Maria,

      ja, so könnte es nach einem Crash in der Tat aussehen.

      Es könnte ein Befreiungsschlag für viele werden.

      Könnte.

      Denn die eigentliche Gefahr des Crash ist ja, das der Egoismus noch schlimmer wird: Hamsterkäufe. Plünderungen. Gewalt. Faustrecht. Und so weiter.

      Es kann aber auch anders kommen. Ein ermutigendes Beispiel konnten wir bei den furchtbaren Anschlägen in Norwegen beobachten. Statt in den Zorn zu gehen, besannen sich die Norweger auf das, was ihre Gesellschaft auszeichnet: Freiheit und Demokratie.

      Spiegel Online (http://bit.ly/rjOS7E): Die norwegische Bevölkerung habe auf die Terroranschläge “verantwortungsvoll und mit Würde reagiert und sich für die Demokratie entschieden”, sagte Stoltenberg. Der sozialdemokratische Regierungschef erklärte weiter: “Es darf nun keine Hexenjagd auf die Meinungsfreiheit geben.”

      Und die Frage lautet also: Wie werden wir reagieren, falls es zu einem Crash kommen sollte? (Und die Betonung liegt auf “falls”)

      Werden wir uns in Chaos stürzen? Oder wie die Japaner beim Fukushima-Unglück Ruhe bewahren und die Situation meistern?

      Die Chancen stehen ganz gut für Zweiteres, meine ich.

      Was Deine Betrachtungen zu den offenen Gemeinschaften angeht, so bin ich da geteilter Meinung.

      Nicht, dass ich die schlecht fände. Keineswegs.

      Open Map ist nur ein Beispiel. Wikipedia ein anderes – mittlerweile ist die Fehlerquote ähnlich gering wie bei einem “normalen” Lexikon.

      Es bleibt aber dennoch die Frage des Geldes. Nicht alles können wir über direkte Tauschgeschäfte regeln.

      Wir würden, wenn es plötzlich keinen US Dollar oder Euro geben würde, eine neue Währung erfinden. Erfinden müssen.

      Und damit geht das Spiel wieder von vorne los. Wir müssen Preise verhandeln, uns abgrenzen, zum Einen “Ja” und zum Nächsten “Nein” sagen und vor allem immerwieder entscheiden, wo wir unsere – begrenzte – Energie investieren.

      Projekte wie Wikipedia und Open Map sind nur möglich, weil die Leute woanders ihre Brötchen verdienen.

      Darum glaube ich, dass die Probleme unserer Zeit nicht mehr allein durch Gesetze oder von oben verordnete Regularien lösen können. Es wird Zeit, dass wir alle (und damit meine ich auch mich, damit meine Position in dem Ganzen klar ist) umdenken.

      Aber wohin genau?

      Wie soll das (notwendige) Zusammenspiel zwischen Egoismus und Gemeinsinn funktionieren?

      Deine Vorschläge, Maria, sind schon mal ein gutes Beispiel dafür, wie es JETZT schon geht.

      Danke dafür

      ;-)

      Martin

    • Hi, alle zusammen, ja für die großen Geschäfte muß es soetwas wie Geld geben. Wäre auch doof sich mit einer Rinderherde auszahlen zu lassen. Übrigends existieren heute schon Ersatzwährungen.

      Ein Crash ist nichts anderes als ein Chaos-Zustand und es ist Naturgesetz, dass es auch im größten Chaos Inseln der Ruhe gibt. Wie groß die Inseln sind und wie sie aussehen hängt von jedem Einzelnen ab der mitmacht. Wer sich wie ich für Physik interessiert, kann das in dem sehr ausführlichen und dickenfetten Manuskript von Martin Woznica nachlesen. (ich liebe es) http://www.keep-on-moving.de/main_06.html unter “Weiterführendes” und dann unter “Texte”, der Text: “”Kybernetik des Lebens”, – mein Vorschlag für eine Systemtheorie des alltäglichen Denkens und Handelns.” der Text erklärt auch wieso aus physikalischer Sicht Ziele funktionieren und wieso jeder Einzelne wichtig ist.

      Die gute Nachricht: alles wird gut, wenn wir es wollen.

      Schöne Grüße
      Maria

  4. Ich persönlich glaube, dass das Volk auf einem guten Weg ist, allerdings in der Masse gesehen noch viel zu wenig.
    Was würde es bedeuten für unser soziales Netz und wenn die Beiträge nicht mehr fliessen könnten?
    Mir geht es es gut und ich kann es mir erlauben meine Gedanken zu erweitern und auch zu sagen, ja ich hab alles bei mir, was mir hilft wieder ein schönes Leben zu führen.
    Aber wer von so einem sozialen Netz abhängig ist, der hat es noch nicht gelernt und wird sein Recht/Egoismus einfordern.
    Und da geht es mir genauso wie Dir Martin – ich kann nicht einschätzen, wie bereit sind die Menschen zu lernen.

    Aber irgendwie vertraue ich darauf, wenn der Crash kommen sollte, dann wird er das richtige für unser Volk und auch mich bringen.

    Also in die Hände spucken und ab ins Umfeld, damit es denen auch besser geht :o )

    Martin, das ist übrigens ein ganz toller Beitrag, den Du hier eingestellt hat und der beleuchtet das Problem wunderbar von der menschlichen Seite. 1000 Dank.
    LG
    Andrea

  5. Jürgen Strauch sagt:

    Hai Martin,

    sehr interressanter Artilel.

    Egoismus steht jedem mal zu, jeder sollte glücklich und zurieden seinwollendürfen. Was darüber geht ist mal Hab- oder Raffgier.

    Falls irgendetwas passiert, muss ich zu sehen, das ich das so gut wie möglich durchstehe, weil ich kann es nicht ändern, es kommt wie es kommen muss. Ich weis, dass ich das beste daraus machen werde.

    Alles regelt sich.

    In dem Sinne Friede, Freude Eierkunchen und allen noch eine schöne
    Woche

    Herzliche Grüße

    Jürgen

  6. Niels Albrecht sagt:

    Hallo Martin,

    da ich in der Versicherungsbranche arbeite und recht viel mit diesem Thema zu tun habe, kann Dir hier ein MEGAGROSSES Kompliment machen, wie Du hier den Nagen auf den Kopf triffst!
    Genau daran krankt unser System, vielleicht kommt noch etwas das fehlende Vertrauen dazu?
    Ein wirklich inspirierenden Beitrag. Danke! Wie können wir denn nun bloß sicher stellen, dass der auch von den richtigen Leute gelesen wird?! Also an alle Coach-Yourself-Leser: Lasst uns diese Gedanken weiter verbreiten! “Gefällt mir!”

    Viele Grüße von der Ostsee

    Niels

  7. Guten Morgen,

    klasse Beitrag … grad die Unsortierten gefallen mir super ;-)

    Die entscheidende Frage, die ich sowohl in der Griechenland-Frage als auch bei jedem Einzelnen sehe: WANN bin ich endlich bereit, meine Überzeugungen zugungsten etwas Positiverem zu verändern? Wann bin ich bereit, das “vertraute Elend” zu verlassen und meiner inneren Stimme zu vertrauen, die mich auf den neuen Wegen zu etwas Schönem hin lenken wird?

    Wir haben so gut wie keine Vorstellung, wie und was das sein könnte … aber es gibt diese schöne Aussage: “Der Weg wird sich unter Deine Füße legen” :-)

    Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist zum Beispiel etwas, was hinderliche Überzeugungen und eingrenzende Glaubensmuster sprengen könnte … das ist eine spannende Selbsterfahrungsreise, sich das Konzept anzusehen und darauf zu achten, was da in einem alles an “das kann doch nicht funktionieren” oder “das ist nicht zu bezahlen” hochpoppt. Götz W. Werner hat aber auf alle Einwände Antworten gefunden und sehr gut durchgerechnet ;-)

    Und ich bin mir sicher, dass es noch viele ähnliche Konzepte gibt, die durch eine ganz neue Art zu denken entstanden sind. vieles blüht noch im Verborgenen und brauchte vielleicht auch die Zeit, um unbeachtet zu reifen und stark zu werden. War nicht auch die Piratenpartei solch ein Konzept? ;-)

    MIR macht es große Freude dabei zuzuschauen, wie nun Platz geschaffen wird für diese “kleinen Pflänzchen” … ob freiwillig oder durch “Zusammenbruch”. Angst braucht man nicht zu haben, finde ich, denn … es gibt genügend Hilfen / Alternativen.

    Diese bekannt zu machen … dazu zähle ich auch coach yourself ;-) … finde ich eine wunderbare Aufgabe!

    Herzliche Grüße, Ulrike

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