Eine enorm wichtige Kraft, die wir für 2012 brauchen (1/3)
Ich möchte Dir etwas zu Anfang gestehen.
Eigentlich hatte ich vor, mit diesem Artikel für unsere beiden Kurse “Mach das Beste aus 2012” und “Schlank sein kommt von Innen” zu werben (was ich ja damit schamloserweise
schon gemacht habe).
Aber während ich diesen Artikel schrieb, wurde mir klar, dass es um mehr geht, als nur für diese Kurse die Werbetrommel zu rühren. Dass dieser Erfolgsfaktor vermutlich entscheidend sein wird, wie wir die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen 2012 allgemein lösen können.
Und damit Werbung und Botschaft nicht allzusehr durcheinander geraten, habe ich aus einem Artikel drei gemacht.
In diesem Artikel, den Du jetzt gerade liest, werde ich Dir darlegen, welche Kraft meines Erachtens enrom wichtig ist, wenn Du Deine Ziele, Wünsche und Ambitionen wirklich wahr werden lassen möchtest.
In dem zweiten Artikel zeige ich auf, warum diese Kraft auch gesellschaftlich so relevant ist. Und in dem dritten Artikel lege ich dar, warum ich bei allen Krisenschlagzeilen in den Medien der Überzeugung bin, dass wir optimistisch sein können.
Genug der Vorrede.
Was verbirgt sich also hinter dieser geheimnisvollen Kraft, die wir alle brauchen?
Es ist: Gemeinschaft.
Ja, natürlich: Es ist nicht die einzige Kraft. Mut. Optimismus. Der Wille, dran zu bleiben. All das ist wichtig.
Aber wie wichtig “Gemeinschaft” ist, wurde mir bei meinem letzten “Mach das Beste aus 2011″ Kurs deutlich.
Statt wie gewohnt das Seminar mit “Martin hier und die Teilnehmer da” anzugehen, habe ich zusammen mit einer ehemaligen Teilnehmerin, Ulrike Sennhenn, darauf gesetzt, die Teilnehmenden viel stärker miteinander zu vernetzen.
Dazu gehörte zum Beispiel, dass wir mit sogenannten Co-Coaches gearbeitet haben: Also, dass sich Teilnehmende zusammenschließen, um sich gemeinsam Woche für Woche zu unterstützen.
Das Konzept ist alles andere als neu. Lernpartnerschaften als Idee gibt es schon lange. Aber in den vielen Versuchen, die ich miterleben durfte, scheiterte es häufig an der Umsetzung.
Deswegen war es Ulrikes Aufgabe, diese Partnerschaften zu koordinieren. Die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden.
Das Ergebnis?
Nehmen wir zum Beispiel das Forum.
Das Forum ist traditionell dazu da, Fragen zu den Übungen und Lektionen zu stellen und sich von mir coachen zu lassen.
Das wird natürlich gerne genutzt, aber ich habe noch nie erlebt, dass es soviel Bewegung im Forum gab. Sieh selbst:

Das ist aber nur die Oberfläche.
Ein weiterer Effekt, der sich bei vielen so ganz nebenbei ergab: Viele waren geradezu erleichtert zu erleben, dass sie mit ihren Problemen nicht allein dastanden. Dass es andere gab, denen es genauso ging, wie ihnen.
“Es tut mir so gut zu wissen,” schrieb mir eine Teilnehmerin, “dass ich nicht die einzige bin, die diese Probleme hat. Ich hab oft gedacht, ich bin halt eine Ausnahme, bei den anderen ist alles gut, nur bei mir nicht. Jetzt sehe ich, dass ich eben kein Einzelfall bin, und dadurch fällt es mir leichter, mich den anderen zu öffnen.”
Aber nicht “Öffnen” im Sinne eines gemeinsamen Jammerns. Eines, “hach, wir Armen, wir vom Leben Gebeutelten”.
Sondern im Sinne eines “raus aus der Isolation” und “hinein in den gemeinsamen Austausch”, um neue Lösungen zu finden.
Heraus kamen dabei echte Erfolgsstories, wie zum Beispiel die einer Teilnehmerin, die den Kurs genutzt hat, um endlich ihre eigene Website an den Start zu bringen.
Eine eigene Website auf die Beine zu stellen, mag für den einen oder anderen als nicht sonderlich spektakulär daher kommen. Aber ich kenne unzählige Leute, darunter viele Trainer und Coaches, die jahrelang an einer Website herumdoktern und doch nicht zum Schuss kommen.
Warum?
Weil man sich mit einer Website selbst zeigt.
Weil man sich schon beim Verfassen des Konzeptes und der Texte mit unangenehmen Frage auseinandersetzen muss: Was habe ich denn schon wirklich zu bieten? Oder: Was werden die anderen dazu sagen? Oder: Was, wenn ich die Site groß rausstelle und dann mein Projekt in den Sand setze?
Hinzu kommen die Tücken der Technik: Gerade anfangs fühlt man sich schnell überfordert, weil die Dinge nicht so einfach laufen, wie man es sich wünscht.
Und dann der Invest: Selbst wenn man auf ein vorgefertigtes Seitenlayout und einen kostenlosen Internetanbieter setzt – eine Website auf die Beine zu stellen, kostet Zeit, kostet Energie, kostet Gehirnschmalz.
Alles zusammen genug Gründe, warum viele Leute damit hadern, ihre Site ins Netz zu stellen.
Zurück zur Teilnehmerin: Wie hat sie denn Ihre Hürden überwunden?

Soweit meine Meinung.
Wie siehst Du das?
Wie wichtig findest Du “Gemeinschaft”, um Deine Ziele zu erreichen?













Hallo Martin,
das ist ein sehr interessanter Aspekt, den ich nur be-ja-en kann. Ich denke die meisten Problemen die der Mensch hat (und hier bin ich mal so frech und schließe einfach von mir auf andere), hängen auch irgendwie direkt oder zumindest indirekt mit anderen Menschen zusammen. Besonders wichtig ist hierbei jedem, ob nun bewusst oder unbewusst, wie der jeweils andere auf einen selbst reagiert, was er von einem selbst hält oder denkt. Anerkennung spielt hier auch eine große Rolle. Das ist sicher auch auf der Kindheit beruhend, wann man geliebt wurde und wann liebe entzogen wurde (analog zu den Infos aus dem Kurs “Love”).
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Und somit begründen sich viele Ängste, unerfüllte Wünsche etc. auf anderen Menschen. Nahestehende und auch weniger Nahestende bis hin zu völlig Fremden. (Ist die Kurzfassung, aber ich glaube du weißt was ich meine
Macht man nun Prozesse gemeinsam mit anderen, ist direkt die Verbundenheit, in diesem Fall sogar völlig Fremden Menschen da. Das wirkt sich bestimmt positiv auf die ganze Durchführung aus, denn es nimmt Hemmungen generell, die gegenüber der Durchführung bestehen, als auch schnelles Aufgeben, wenn es nicht klappt, weil man sieht, wie du oben geschrieben hast, dass es anderen auch so geht. Nicht zuletzt spielt sicher auch der eigene Ehrgeiz eine Rolle, denn wenn man mit anderen zusammen arbeitet, will man schließlich auch am Ball bleiben und nicht hinterherhinken.
Aber ich denke auch unterbewusst tut sich einiges Positives
Fazit: Gute Idee!
Schöne Grüße und weiter so,
Jan
Gemeinschaft, Miteinander -
seit ca. zehn Jahren fasziniert mich das Thema.
Wie kann es gelingen, in einer guten Gemeinschaft zu leben, seinen Teil beizutragen und dabei doch sein eigenes Ich oder Selbst nicht preiszugeben, sondern, im Gegenteil, möglichst voll auszuprägen.
Das interessiert mich brennend.
Ich bin der Ansicht, dass unsere frühen Vorfahren überlebten, weil sie ihre Intelligenz zusammengetan haben, wenn es mal wieder dünne wurde. Von “Eigenbrötlern” stammen wir bestimmt nicht ab.
Dass Gemeinschaft richtig ist, merke ich daran, dass sich das wirklich gut anfühlt. Ist zwar manchmal was Arbeit bis dahin, aber die Anstrengung allemal wert!
Herzliche Grüße an alle,
Elke
Hallo Martin!
Ich finde diesen Artikel auch interessant.Ich selbst bin von Alters her als Einzelgänger aufgewachsen.Aus dieser Sicht hat man bestimmte Angewohnheiten,die sich dann doch irgendwie auswirken.Ich selbst bin seit ca.4 Jahren im Versuch,mir in meinen jetzigen Jahren einen Bildungskomplex anzueignen, zu dem ich ca. 65 Jahre keine Möglichkeit hatte.Da ich dabei auf mich allein gestellt bin,meine Frau und auch anderen der Familie können und wollen mir nicht helfen,ist es natürlich sehr anstrengend,immer den richtigen sogenannten “Roten Faden” zu finden und auch zu halten.Oft ist es bei mir so,das ich zwar zu Coaching eine positive Einstellung habe,aber im Endeffekt aus finanziellen als auch in Selbstunterschätzung mir eine Teilnahme nur in einzelnen Passagen erlaube.Ich habe oft die Vorstellung,das auf Grund meines nicht ausreichenden technischen Wissens Fragen dazu in Seminaren oder Webinaren nur aufhalten und verzögern.Aus diesem Grund arbeite ich in meinem stillem Computerzimmer und halte mich durch Videoseminare,Webinare und Skypekontakte etwas in Formverbesserung.Abwechslung und neue Erkenntnisse bringen mir natürlich auch die vielen Blogartikel,die dazu lese.Diese ist schon wieder fast zu viel geschrieben.Ich werde trotzdem Deine Newsletter und Blogs lesen.
Besten Dank und angenehmes Wochenende.
Beste Grüße
Manfred
Lieber Martin
danke für Deinen berührenden Artikel. Ich war ja in Deinem letzten Kurs dabei (zum ersten mal, weshalb ich natürlich nicht sagen konnte, was neu war) uhd kann daher meine eigenen Erfahrungen mit Forum und Co-Coach mitteilen: Da Du ja schon mitbekommen hast, dass ich dazu neige, zu viel zu machen, also zu viele Projekte in zu wenig Zeit, zu viele Impulse, die alle wertvoll erscheinen, zu viele Menschen, die bedürftig wirken, war es für mich eine interessante Erfahrung, mich aus Deinem Forum nach ein paat anfänglichen Anläufen, mit den TeilnehmerInnen zu interagieren, dort komplett rasuzuziehen und mir zu sagen: “Alexander, das ist Martins Kurs. Die Fragen der Teilnehmer darf er lösen, denn deswegen sind die Leute ja zu ihm gekommen. Wenn sie Antworten von mir gewollt hätten, hätten sie ja ein Angebot bei mir gebucht.” Mich da in der Form rauszunehmen, hat mir sehr gut getan, insbesondere, da ich den Austausch halt als sehr Frauen-lastig (rein quantitativ) erlebt hatte und ich da immer wieder in der Vegangenheit in Foren die Erfahrung gemacht hatte, dass ich mich irgendwo zwischen Frauenversteher und Provokateur aufgerieben hatte…
Und jetzt kommt der von Dir angesprochene und in meinem Fall auch durch Dich vermittelte Co-Coach ins Spiel, der neben den Interaktionen mit Dir im Webinar und in meinem eigenen Thread zu meinem Ziel im Forum für mich das Highlight dieses Coaching-Projekts gewesen und noch immer ist, da ich mit diesem Mann nach wie vor über Skype einen anregenden Austausch pflege. Während der Zeit des Kurses war er ein treuer Begleiter, der wohl aus Zeitgründen in der Lage war, tiefer ins Kursgeschehen einzutauchen und der dann gelegentlich unsere Meetings nutzte, mir das nahezubringen, was im von mir mal wieder verpassten Webbie gelaufen war … naja, ich denke, es hat im Austausch mit uns einfach gepasst.
Für mich persönlich war Deine Assistentinj jemand, mit der ich nicht so konnte. Daher hab ich ihre Mails einfach ignoriert.
An der ganzen Symptomatik, die sich während des Kurses gezeigt hat, konnte ich gut sehen, dass es an der Zeit ist, weniger zu machen… mich mehr auf weniger Projekte zu konzentrieren … nur welche? Das ist hier die für mich nach wie vor offene Frage.
Was mir also geblieben ist nach diesen Wochen mit Dir ist die Erkenntnis, dass Vereinfachung ansteht und es einen Teil in mir gibt, der es wohl gern kompliziert mag… zudem habe ich eine gewisse Skepsis gegenüber “Gemeinschaft”, als der Zusammenrottung der Mittelmäßigen, die dann aus Angst die (egal ob nach oben oder unten) aus dem Rahmen fallenden Menschen ausschließen oder gar beseitigen … Wenn ich so einen Satz wie im vorhergehenden Kommentar lese “von Eigenbrötlern stammen wir bestimmt nicht ab”, ziehen sich mir die Eingeweide zusammen …
Ich denke, da wird vom Mann dann wieder verlangt, dass er wird wie eine Frau … mit meinem Co-Coach bestand in dem Zusammenhang eine gewisse Übereinstimmung und Skepsis gegenüber dem Forum, aus dem er sich nach eigener Aussage auch weitgehend rausgehalten hat … ich vermute zudem, dass doch der größere Teil der Kulturleistungen und Quantensprünge in der Gesellschaft von “Eigenbrötlern” vollbracht wird, die eben gerade aus dieser sozialen Skepsis heraus eine gewisse Qualittät zu entwickeln in der Lage sind, die mehr in die Tiefe als in die Breite führt …
Da ich mit Michael Lukas-Moeller glaube, dass die Paar-Beziehung die kleinste Form von Gemeinschaft ist und ich hier durchaus erlebe, wie auch hier erwartet wird, dass ich aus Sicht meiner Partnerin ticken und funktionieren soll, wie sie, entdecke ich auch da immer wieder die Notwendigkeit, mich abzugrenzen und zu schauen, wie viel Gemeinschaft (also Zeit mit Familie, Partnerin usw.) mir gut tut und wann ich einfach auch wieder Raum für meine Projekte haben will.
Bevor ich mich hier noch um Kopf und Kragen schreibe, mach ich an dieser Stelle mal einen Punkt und bin gespannt, wie es in Deinen beiden nächsten Artikeln weiter gehen wird und worauf Du hinaus willst.
Alles (IST) Liebe,
Alexander
Moin Alexander,
Du schreibst: “An der ganzen Symptomatik, die sich während des Kurses gezeigt hat, konnte ich gut sehen, dass es an der Zeit ist, weniger zu machen… mich mehr auf weniger Projekte zu konzentrieren … nur welche? Das ist hier die für mich nach wie vor offene Frage.”
Dafür kann die Übung “Der Arztbesuch” aus dem Kurs eine erste Unterstützung bieten, um die wichtigsten Ziele einzugrenzen.
Eine weitere Hilfe, die ich selbst immer wieder nutze, ist die Arbeit mit meiner inneren Stimme (ebenfalls ein wichtiges Thema im Kurs). Denn die gibt einem immer sofort Rückmeldung, wenn man sich übernimmt oder sich Projekte einlassen will, die zuviel des Guten sind. Das weiß ich aus eigener, manchmal auch leidvoller Erfahrungen, wenn ich mir selbst zuviel zugemutet habe.
Als ich bei mir näher hingeschaut habe, entdeckte ich eine Art Existenzangst: Das Leben ist hart, und wenn man nicht unglaublich viel leistet, geht man unter. Quasi eine Art Misstrauensvotum dem Leben selbst gegenüber. (Mehr dazu hier…)
Keine Ahnung, was das bei Dir ist, aber ich stehe Dir gerne noch im Forum zur Verfügung, das immer noch auf ist.
Ich finde um übrigen, Du hast genau richtig reagiert, weil Du auf Dich gehört hast, statt Dich in den Themen und Herausforderungen der Anderen zu verlieren. Das ist genau der richtige Weg.
Noch etwas zu Deiner Beschreibung der Gemeinschaft “als der Zusammenrottung der Mittelmäßigen, die dann aus Angst die (egal ob nach oben oder unten) aus dem Rahmen fallenden Menschen ausschließen oder gar beseitigen”: Stimmt. Diese Arten von Gemeinschaft sind gefährlich, weil dumm.
Ein Beispiel dafür fand ich in einer Studie zum Absturz des Columbia Space Shuttle. Es stellte sich heraus, dass niemand in dem Team die offensichtlichen technischen Probleme wegen Gruppendruck anzusprechen wagte. Hauptsache, nicht auffallen. Hauptsache, nicht aufmucken.
Es gibt solche “dummen” Teams, die einem Herdentrieb folgen, leider überall. Und es ist immer wieder der gleiche Faktor, der diese Gemeinschaften ins Verderben stürzt: Das Ausgrenzen des Andersartigen.
Tatsächlich sind die Teams am erfolgreichsten, die Menschen mit ganz unterschiedlichen Meinungen unter ein Dach bekommen.
Pluralität, Meinungsvielfalt und die Fähigkeit, sich gegenseitig zu respektieren, auch wenn man eben nicht einer Meinung ist, bilden ein wichtiges Lebenselixier für starke Gemeinschaften.
Danke, dass Du diesen Aspekt zum Thema Gemeinschaften hier herein gebracht hast.
Martin
Hallo Martin,
für mich persönlich ist Gemeinschaft sehr, sehr, sehr wichtig. Vielleicht ein bisschen zu wichtig. Ich lese schon seit ein paar Jahren deine Beiträge, doch mit diesem Thema hast du voll ins Schwarze getroffen. Ich glaube schon gar nicht mehr daran, dass es die Gemeinschaft auf Erden gibt bzw. geben kann, die ich suche. Eine Gemeinschaft in der man sich für gemeinsame Interessen einsetzt, sich gegenseitig unterstützt und liebevoll miteinander umgeht.
Oftmals habe ich den Eindruck, dass ich am falschen Ort bin, nicht die richtigen Menschen treffe. Meistens fühle ich mich ALLEIN. Absichtlich groß geschrieben, denn ich verstehe auch nicht wie man sich so allein fühlen kann, wenn man eine so wunderbare Familie hat wie. Im Grunde genommen habe ich überhaupt keinen Grund mich allein zu fühlen und so verzweifelt etwas zu suchen, was ich selbst nicht wirklich definieren kann.
Doch das Gefühl nirgendwo wirklich dazu zu gehören, der Eindruck alles allein zu machen – eine einsame Kriegerin zu sein macht mich ziemlich fertig.
Hinzu kommt das Gefühl gefesselt, eingesperrt zu sein ohne jegliche Aussicht auf Befreiung. Und es ist niemand für mich da. Das macht mir wahnsinnige Angst.
Dennoch, bin ich jetzt gerade sehr stolz auf mich, denn es ist das erste mal, dass ich jemand anderem davon erzähle. Natürlich habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen und er ist wirklich der liebevollste Partner, doch in dieser Hinsicht kann er mir nicht helfen.
Vielleicht erwarte ich auch zu viel. Ich weiß es einfach nicht und ich schaffe es auch nicht mir selbst zu helfen.
Gemeinsam sind wir stark – ist für mich nicht nur eine Floskel. Ich bin wirklich davon überzeugt, doch bei mir fehlt das “WIR”.
Danke, dass du mir zugehört hast!
Liebe Grüße Linda
Liebe Linda,
danke, dass Du den Mut aufgebracht, das hier mit uns zu teilen.
Nun kenne ich Dich nicht und kann mir deswegen nicht erlauben, Dir irgendwelche Tipps zu geben.
Aber ich kann Dir vielleicht was von mir erzählen.
Ich bin schon immer ein bisschen “anders” als andere gewesen. Was mir manchmal viel Respekt eingebracht hat. Oft aber auch Abwehr oder Häme.
Es gab Phasen in meinem Leben, da war ich so sehr abgenervt davon, dass ich mich einfach zurückgezogen habe. Tatsächlich bin ich die meiste Zeit meines Lebens ein Einzelgänger gewesen. Und ich habe diese Züge auch bis heute nicht abgelegt. Ich ziehe mich auch heute noch gerne zurück.
Aber irgendwann habe ich dann kapiert, dass ich eben nicht 08/15 bin und dass ich anders ticke und dass ich das auch nicht ändern kann oder sollte (habe ich ein paar Mal versucht, und ist nicht so gut gelaufen).
Tatsächlich bin ich dann durch einen Prozess gegangen, in dem ich angefangen habe, all die Seiten, die ich den anderen zuliebe in mir abgelehnt hatte, wieder in mir selbst anzunehmen.
Und dadurch habe ich dann etwas für mich Wichtiges begriffen: In diesem Anderssein steckt halt auch eine Chance. Vielleicht gibt es nicht die Gemeinschaft, in die ich hineinpasse. Aber was hindert mich daran, eine Gemeinschaft aufzubauen, die zu mir passt?
Nicht eine mit Leuten, die mir nach dem Mund reden (das geht mir eher auf die Nerven). Sondern mit Leuten, die mich so nehmen, wie ich bin.
Und dieser Austausch hier ist ein Zeichen davon.
Martin
Lieber Martin,
es gibt gar kein Wort das meine Dankbarkeit für deine Antwort ausdrücken kann.
Ein wenig “anders” als andere? Seit einigen Jahren habe ich das Gefühl ich und meine Familie – Mann und beide Kinder – von einem anderen Planeten sind.
Aus meiner Perspektive habe ich die perfekte Familie: wir sind alle gesund und ich habe einen Mann der mich liebt, der ein besonderer Vater ist und der für seine Familie alles macht und gibt; Zwei perfekte Kinder (Junge und Mädchen) die liebevoll miteinander, mit uns und mit ihresgleichen, intelligent, talentiert und mit einer gesunden Portion Frechheit und Blödsinn im Kopf; Ein Hobby – Pferde – wofür mein Herz aufgeht und das ich voll erleben kann; Einen Job der näher an meinem Hobby nicht sein kann – arbeite für ein Gestüt; Lebe im “Sanssouci der Pferde”, in einem wunderschönen Haus mit einem Traumhaften Garten. Kurz zusammengefasst, ich bin gesund, ich werde geliebt und ich lebe in Wohlstand. Theoretisch sollte das ausreichend sein, um überglücklich zu sein. Oder?
Was mich fertig macht und womit ich überhaupt nicht klar komme ist das ewige gejammer und die ständige Unzufriedenheit die mich umgibt sobald ich mein “Reich”, meine “Welt” verlasse.
Egal ob es um die Arbeit, das Leben oder die Politik geht – ich kann es nicht mehr hören. Wenn ich dann optimistisch, kämpferisch oder einfach nur gelaunt antworte merke ich, dass ich allein damit dastehe. Das will keiner hören und ich will nicht mitjammern. Also kann ich nicht mitreden, dem zu folge stehe ich schon wieder alleine da. Ich bringe mich ein, ich biete meine Hilfe an, denn ich bin wirklich daran interessiert jedem zu helfen der es möchte – doch dafür habe keine Kraft mehr. Anfangs heißt es ja, super, machen wir und wenn es dann konkret zur Sache geht stehe ich immer wieder alleine da – na ja, mach du mal.
Da ich für das was ich mache immer 100% gebe und vor allem mein ganzes Herz und meine Seele reinpacke bin ich langsam am Ende meiner Kräfte.
Warum muss ich immer die Starke sein? Ich habe wirklich niemanden, dem ich meine Schwäche auf diese Weise zeige. Leider weiß ich selbst nicht was mir neue Kraft geben könnte.
Ich weiß nicht ob Du, oder sonst jemand, bis hierhin gelesen hat. Ist auch egal, ich habe trotzdem des Gefühl, dass mir jemand zugehört hat.
Danke!
Hi Linda,
das Gejammer kenne ich.
Und die Ignoranz auch.
Es gibt leider immer noch eine Menge Leute, die sich als Opfer sehen. Und denen ist in der Tat auch nicht zu helfen. Selbst, wenn man ihnen die Lösung auf dem Silbertablett kredenzt.
In meinen Anfängen hat mich das als Coach ziemlich jeck gemacht. Da war ich doch nun wirklich wohlmeinend und werde dann abgelehnt und manchmal auch angegriffen.
Bis ich verstanden habe, dass ich im Grunde genommen respektlos war.
So seltsam es klingt: Die Leute fühlen sich wohl beim Gejammer. Weil es das ist, was sie gewohnt sind. Und weil jedes Angebot, aus dem vertrauten Elend heraus zu kommen, Angst macht. Man würde sich dann auf etwas Neues, Unbekanntes und damit potenziell Gefährliches einlassen.
(Ich glaube übrigens, dass es auf die Meisten von uns zutrifft. Für mich auf jeden Fall. Und vielleicht auf Dich ja auch bei bestimmten Dingen.)
Für mich war wichtig zu lernen, dass Menschen ein gutes Recht haben, so zu sein, wie sie sind, und dass es meine Aufgabe ist, die Leute so zu nehmen, wie sie sind.
Ich muss ihnen nicht zustimmen. Aber so respektieren, wie sie sind, mit ihren “Macken” und “Schwächen”, das ist für eine menschliche Grundhaltung, die ich unbedingt als wichtig erachte.
Interessanterweise ist dadurch dreierlei passiert: Das erste ist, dass ich mit viel mehr Leuten klarkomme. Auch mit denen, die ganz anders sind als ich.
Das zweite ist, dass sich vielmehr Leute an mich wenden, wenn sie Unterstützung brauchen. (Vielleicht, weil sie merken, dass ich sie so akzeptiere, wie sie da eben so sind.)
Und das dritte ist, dass ich im Laufe der Zeit eben auch Leute kennengelernt habe, die auch gerne anpacken und was bewegen wollen (aber in der Tat ist es in meinen Augen noch immer eine Minorität).
Deswegen lade ich Dich ein: Sag auch zu denen “Ja”, die eben noch im Jammertal sind. Und lasse sie genau so wie sie sind.
Du wirst sehen: Das wirkt Wunder.
Martin
Hallo liebe Linda,
.) Tja, eines Tages wurde ich dann mehr oder weniger gegangen (rausgemobbt)und was sagte nach einiger Zeit mein “Großer” zu mir?: Mama, seit du da nicht mehr hin gehst, bist du viel lockerer und fröhlicher… Es hatte doch abgefärbt, obwohl ich es nicht wollte. – Ich habe zwar keinen Job mehr (versuche mit Selbstständigkeit etwas zu verdienen) und werde, weil über 50 auch keinen mehr bekommen, aber ich mache ehrenamtliche Stunden und da kommen Menschen, die wirklich dankbar für die kleinste Hilfe sind und die erstaunlicher weise auch nicht rumjammern. Es gibt auf der Welt eben “so ´ne” und “solche”. Suche Dir Menschen, mit denen Du Gemeinschaft machen willst. Es wird vielleicht nicht viele geben, aber selbst einer ist besser als keiner. Vielleicht findest Du ja hier jemanden.
ich habe Deine Worte gelesen und kann dieses Gefühl sehr gut nachvollziehen, denn mir geht es sehr ähnlich. Ich durfte als Kind schon keine Freunde haben und bin so ziemlich Außenseiterin geblieben. Mit meinen beiden Söhnen kann ich mich gut austauschen, aber sonst habe ich “nur” meinen Glauben. Hört sich vielleicht etwas “billig” an, aber wenn man sonst auf keinen anderen zugehen kann, bleibt doch nur eins übrig und das bist Du selbst. Du und Deine Liebe, die Du Dir täglich mindestens 30 Min. schenken solltest. Sei es als Streicheleinheit (eincremen z.B.), mit Dir selbst tanzen, singen, Musik machen o.ä. oder Dir die Selbstliebe mit den guten Gedanken schenken (habe ich bei Martin gelernt). Es mag vielleicht die Welt nicht gleich verändern, aber es schenkt Kraft. Ich hatte bis vor 6 Jahren noch einen Job, der mich und meine Kinder längere Zeit ernährte, da ich keinen Partner hatte. Ich wurde immer bewundert, dass ich so gutgelaunt war und für alle ein offenes Ohr hatte und mich für die Kollegen eingesetzt habe. (Ich habe beim allgemeinen “Rumjammern” auch nie mitgemacht. Einer meiner Wahlsprüche ist: Schenkt dir das Leben Zitronen, mach Limonade draus und ich glaube, sehr viel Limonade gemacht zu haben
Alles Liebe wünscht Dir
Sigrid
Hallo Sigrid, hallo Martin,
vielen lieben Dank für´s Zuhören und eure Worte.
Überwiegend lasse ich ja jeden so wie er ist, doch es gibt Zeiten da kann ich es einfach nicht mehr ertragen. Und was mach ich dann? Selbst jammern, so wie die anderen.
Fällt mir auf, dass ich in letzter Zeit selbst ziemlich viel gejammert habe. Wäre doch mal ganz praktisch meine Aufmerksamkeit auf die schönen und erfreulichen Dinge in meinem Leben zu lenken.
Und noch etwas werde ich tun: hier öfter mal von mir schreiben, denn das ist auch etwas was mir schwer fällt wenn es um meine Schwächen geht.
Ich wünsche allen einen wunderschönen Tag.
Liebe Grüße Linda
Lieber Martin
Auch bei mir war es das erste Mal, wo ich an einem Deiner Kurse mitgemacht habe. Und ich bin mir dankbar, dass ich das getan habe. Der Kurs hat mich einen grossen Schritt weiter gebracht, vor allem auch dank der Gemeinschaft. In der kurzen Zeit konnte ich immens viel auf die Beine stellen: z.B. Aufgleisung einer neuen Website, meinen eigenen Blog:
http://www.at-coaching.blogspot.com
Der Ausstausch im Forum war für mich sehr wertvoll. Hier waren plötzlich Teilnehmer, die gerade so viel Angst hatten Neues zu wagen, in Konflikten steckten etc. etc., wie ich. Ich bin mit meinen Beiträgen auf sehr viel Verständnis und Mitgefühl gestossen und daraus hat sich dann auch eine echte Hilfestellung ergeben. Ein grosser Knüppel in meiner Familiengeschichte konnte sich dank dieser Hilfe auflösen. Allein hätte ich das nie geschafft.
Ich bin auch davon überzeugt, dass eine gut funktionierende Gemeinschaft jeden einzelnen weiter bringt als das einer für sich allein schaffen würde. Bedingung ist aber, dass das untereinander funktioniert und man am gleichen Strick zieht. Es ist doch ähnlich wie mit einem Hausbau. Ich selbst bin vielleicht gut im Planen und koodinieren, dafür sind andere gut beim Mauern, Platten legen etc. Alle zusammen mit all ihren Fähigkeiten sind dann fähig, ein Haus, das schön und bewohnbar ist zu realisieren. Ich allein würde das nicht schaffen. Wenn aber während dem Hausbau die Zusammenarbeit nicht harmoniert, dann ist die Realisierbarkeit schwieriger wenn nicht sogar unmöglich. Es muss stimmen!
Hier bei Dir Martin, hat die Zusammenarbeit auf alle Fälle gestimmt!
Es grüsst herzlich
Anita
Hallo Martin,
Du bringst es wieder einmal treffend auf den Punkt. Die Veränderungen, die sich bei mir wirklich nachhaltig vollzogen haben, sind in der Gemeinschaft passiert. Und warum…
Wir Menschen sind halt soziale Wesen und können uns mit den richtigen Partnern in eine unaufhalsame Aufwärtspirale hoch-katapultieren.
Schnelles Feedback, Commitment und der gespürte Erfolg und die Bestätigung der Anderen pushen uns sicherlich auch hormonell.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen,
David
Hallo Martin,
dein Artikel hat mich zum Nachdenken angeregt.
Oft ist es doch so, dass wir in unserem geschäftigen Alltag plötzlich spüren, dass wir irgendwie von der Außenwelt abgetrennt sind. Wir sind isoliert, fühlen uns überfordert. Manchen Menschen ist das vielleicht nicht einmal bewusst.
Mir ist es in meiner persönlichen Situation aufgefallen und wenn ich so zurück schaue, habe ich immer versucht allein klar zu kommen. Die vielen Jahre als allein erziehende Mutter mit einem Sohn (bei dem ADHS diagnostiziert wurde) habe ich nie auf Gemeinschaft gesetzt, sondern war immer die, die alles allein schaffen wollte. Bis zum Burn Out.
Was macht es uns so schwer, Hilfe und Gemeinschaft anzunehmen? Wie du schreibst: “raus aus der Isolation” und “hinein in den gemeinsamen Austausch”, um neue Lösungen zu finden.
Ich bin seit einem Jahr dabei meine Passion und Berufung zum Beruf zu machen, muss aber nebenbei noch einen Job machen, der die Miete bezahlt.
Ich bin viel für mich, schreibe und bastele an meinem Blog, arbeite neue Ideen aus usw. Und wenn ich ehrlich bin, fehlt mir genau das: die Gemeinschaft. Ich wurschtel da so allein vor mich hin.
Es fehlt das Feedback, Einblicke von anderen, Unterstützung von Gleichgesinnten. Und dabei ist meine große Vision eine Gemeinschaft: eine Gemeinschaft von Frauen, die sich für mehr nachhaltige und ethische Kosmetikprodukte einsetzen, für eine gesunde Welt.
Ich habe mir deshalb auch für 2012 vorgenommen mehr zu Netzwerken und das Beste wäre eine kleine Gruppe – man nennt das ja Mastermind – mit der man regelmäßig arbeiten und sich gegenseitig stärken kann.
Ich denke allein sind wir allein gelassen. Wir sind soziale Wesen und brauchen die Gemeinschaft!
Herzliche Grüße
Carolina ツ
Hi Carolina,
deswegen bin ich so saufroh, dass ich hier diesen Blog habe. Dieser Austausch mit den Leuten hier und in den Seminaren ist für mich selbst so enorm wichtig.
Ich drücke Dir die Daumen für Deine Unternehmung. Das ist ein gutes Thema, das Du da verfolgst.
Martin
Und hier ist für alle, die Carolinas Blog nicht kennen, noch der Link:
http://www.xn--schnehautnatrlich-1zb7j.com/ oder http://www.schönehautnatürlich.com.
Lieben Dank, Martin, für das Mutmachen und den Link zu meinem Blog ツ
Hallo Carolina,
ja, das “alleine rumwurschteln” ohne sicher zu sein ob es das Richtige ist, ob es gut ist, ob es was bringt … kenne ich sehr gut. Habe ich fast 4 Jahre gemacht und dann aufgegeben.
Ich kann mich da sehr gut reinfühlen. Zum Thema Kosmetik kann ich nicht wirklich viel sagen, da ich sehr wenig Kosmetik benutze – warum, darüber komme ich gerade ins grübeln.
Die Webseite finde ich sehr lesenswert. Werde mir Zeit nehemen mehr zu lesen. Besondere Aufmerksamkeit hat die “Gesunde Ernährung” bei mir geweckt. Ich habe eine 13-jährige Tochter bei der die Pubertät langsam einzieht.
Ausserdem stehe ich auf natürlich, schminke mich deshalb vielleicht auch sehr selten.
Wünsche dir viel Erfolg und einen wunderschönen Tag.
Liebe Grüße Linda
Diese Idee finde ich genial. Aber die Chemie muss stimmen und die Partner dürfen sich zunächst nicht so gut kennen, da einer von außen den Tunnelblick des anderen auflösen kann.
Hallo Martin,
toll, wie viele spannende Facetten des Themas “Gemeinschaft” hier zusammenkommen!
In’s Auge gesprungen ist mir diese Passage hier von Dir, Martin:
“Ein Beispiel dafür fand ich in einer Studie zum Absturz des Columbia Space Shuttle. Es stellte sich heraus, dass niemand in dem Team die offensichtlichen technischen Probleme wegen Gruppendruck anzusprechen wagte. Hauptsache, nicht auffallen. Hauptsache, nicht aufmucken.
Es gibt solche “dummen” Teams, die einem Herdentrieb folgen, leider überall. Und es ist immer wieder der gleiche Faktor, der diese Gemeinschaften ins Verderben stürzt: Das Ausgrenzen des Andersartigen.”
Ich seh das etwas anders
– die, die sich als anders empfunden haben, hatten Angst dazu zu stehen. Sogar so viel Angst, dass sie den eigenen Tod in Kauf genommen haben statt sich “zu outen”. Ganz schön heavy, aber … leider wohl gar nicht soo selten.
Es ist aus meiner Erfahrung heraus auch ein irre herausfordernder Prozess, sich in seiner Andersartigkeit immer mehr zu zeigen … was zu sagen … zu schreiben … auch trotz Gegenwind dazu zu stehen. Statt Ausgrenzung habe ich inzwischen – im Gegensatz zu Erfahrungen in der Kindheit – viel, viel mehr Annahme erfahren.
Da ist aus meiner Sicht viel eher ein verwundeter Anteil aus der Kindheit dafür verantwortlich, dass ich mich als Erwachsene lieber SELBST ausgegrenzt habe (bevor es die Anderen tun, siehe Erfahrungen der Kindheit).
Der liebevolle Blick wirkt da Wunder
Herzliche Grüße, Ulrike
Hi Ulrike,
vielleicht ergibt sich aus beiden Ansichten eine gute Synthese.
Da gibt es zum einen Leute, die nicht zu sich stehen und deswegen den Mund halten. Und es gibt Gruppenmitglieder, die es nicht wollen bzw. aushalten, wenn jemand eine andere Meinung vertritt.
Mobbing ist dafür ein Beispiel: Hier wird ein Andersartiger gegen seinen Willen ausgegrenzt – egal, ob er sich anpasst oder nicht.
Mehr dazu wird es in dem Artikel 3 geben, wo ich auf die Aspekte des neuen Gruppengeistes eingehe.
Martin
Hallo Martin,
ich bin noch auf der Suche nach einem ganz neuen Blickwinkel
Gemeinschaft ist für mich etwas, wo ich mich im Anderen erkennen UND ANNEHMEN lernen darf. Vor allem die Seiten in mir, die ich verdrängt habe, die ich bei mir selbst nicht sehen kann … oder will. Je enger diese Gemeinschaft (Kinder sind für mich der ehrlichste Spiegel, dann folgen Partner, Verwandte …) … desto mehr erkenne ich mich.
Wenn ich also für eine LERN-Gemeinschaft frei auswählen könnte … dann würde ich spontan den wählen, wo in mir die größten Widerstände hochkommen!
Und da taucht vor meinem geistigen Auge mein Papa auf, seufzend: “Bei Dir ist auch immer: Hauptsache anders!” Sehe ich inzwischen als Lob
Liebe Grüße, Ulrike
Hi Ulrike,
verstehe ich.
Aber in diesem Artikel geht es nicht nur darum, dass man sich selbt im anderen erkennt. Sondern dass aus dem Miteinander etwas Gemeinschaftliches entsteht.
Sozusagen ein Gruppengeist – mit dem man Mehr bewegen kann.
Das wird vermutlich im nächsten Artikel deutlicher.
Martin
Hi Martin,
ich bin gespannt!
Ulrike
Hai Martin,
Du hattest wieder mal genialen Gedanken und einen super Artikel verfasst. Auch sehr interessante Kommentare wurde hinterlassen, was mich einfach zu einen (meiner liebsten) Gedanken bring. Der vieles erklärt oder besser umschreibt wo es fehlt, R E S P E K T.
Viele fordern ihn,und sind aber nicht bereit, diesen auch zu zollen. Ich meine jetzt nicht den, jemanden mit Angst und Unterwürfigkeit gegenübertreten. Nein, es sind die kleinen Dinge im Alltag. Respekt hilft in allen Lebenslangen und ermöglicht so ein Zusammenleben, egal wo. In der Familie oder in einer Gruppe, in einem Ort aber auch in einer Stadt. Kleine Respektlosigkeiten sind vieler ihr (ungesundes) Ärgernis und führen zu Unnötigkeiten. Hier ist ein großes Sparpotenzial;-))
In diesem Sinne Allen eine angenehmes Leben, wie auch nimmer.
Herzliche Grüße
Jürgen
Hallo zusammen! Dear All!
Es gibt den wunderbaren Film “About a boy” , in dem Hugh Grant die Hauptrolle spielt. Dieser Film ist fast eine Parabel zum Thema Gemeinschaft. Mit dem Zitat “Kein Mensch ist eine Insel” wird deutlich gemacht, wie sehr wir der Gemeinschaft bedürfen und welche Probleme und Schmerzen auftreten können, wenn wir versuchen allein zu leben.
GGLG
Ruth
Hallo Martin,
Ich finde deinen Beitrag sehr interessant und er trifft bei mir voll ins Schwarze.
Ich selbst glaube und bin fest davon überzeugt, dass Gemeinschafft, das Gefühl von Zugehörigkeit,bei jedem Menschen positive Schätze hebt.
Ja auf positive Weise gelebte Gemeinschaft bereichert jeden einzeln Menschen und davon braucht die Welt mehr.
Ich trage in meinem Inneren einen Traum, bereits mein ganzes Leben lang und zeitweise konnte ich ihn auch schon erleben.
Dieser Traum handelt von einem starken WIR.
Ja gemeinsam sind wir stark.
Was wir alleine nicht schaffen das schaffen wir vereint.
dies gelebt bedeutet für mich, Menschen begegnen sich offen und ehrlich. Sie respektieren sich, akzeptieren sich in ihrer Art.
Sie gehen vorurteilsfrei und neidlos mit den Stärken und verständnisvoll und tolerant mit den Schwächen des Anderen um.
Jeder gibt und teilt mit der Gemeinschaft was er am Besten kann und was er weniger gut kann, da findet er Unterstützung und lernt von Anderen die eben dies besser können.
Es gibt so viele Entwicklungsmöglichkeiten, Chancen, Potenziale für eine wohlwollende wertschätzende Gemeinschaft.
Wenn mehre Menschen eine positive Gemeinschaft leben und ein gemeinsames Ziel verfolgen wird so viel Energie freigesetzt.
Menschen unterstützen sich, begeistern sich gegenseitig, helfen weiter, inspirieren sich gegenseitig, setzen geballte Energie, Wissen, Können und Kompetenz ein. Begeisterung,Power, Elan,Freude Teamgeist,Harmonie, Wertschätzung all das sind Werte die bestimmt jeder Mensch gerne erleben und in Gemeinschaft (ob beruflich oder privat) verwirklichen könnte.
Doch leider gibt es auch die andere Seite der Medaille,die oben beschriebene Seite sehe ich noch als Idealfall. Gemeinschaft wird leider noch viel zu wenig gelebt (meist beruflich aus meiner Sicht). An vielen Orten herrscht noch Neid, Mobbing, Angst sorry weiter möchte ich das gar nicht ausführen denn auch sie können von Gemeinschaft profitieren.
Ich freue mich schon auf deine weiteren Artikel.
Schönes Wochenende
Liebe Grüße
Martina
Hallo! Danke für die vielen Beiträge hier zum Thema “Gemeinschaft”. Ich bewege mich gern un Gemeinschaft, bin Teamplayer. Und besonders, wenn man etwas ändern will, ist man betriebsblind, da helfen Blicke von Aussen.
Was aber wichtig ist, ist respektvoller Umgang. Keine Beleidigungen, kein Rumgezicke.
Dann kann jeder Einzelne in einer Gemeinschaft weiterkommen, ohne Sorge zu haben, nach oben oder unten auszureissen .
viele Grüsse
Kerstin
Lieber Martin, liebe Mitleser,
nachdem ich die Beiträge gelesen habe, empfinde ich das Bedürfnis, mit Euch zu teilen, was für mich „Gemeinschaft“ bedeutet.
Eine Gemeinschaft ist für mich eine Gruppe, innerhalb derer individuelle Menschen ganz klar eigenverantwortlich ihre persönlichen, ganz individuellen Bedürfnisse durchsetzen.
Können und sollen.
Mit Bedürfnissen meine ich die lebendigen Bedürfnisse, (wie sie von der inneren Stimme kommen – gut für mich und das Leben insgesamt).
Die Gemeinschaft bildet den Rahmen, den Halt, die Infrastruktur die dem Einzelnen das ermöglicht.
Als Abgrenzung dazu, es war ja auch schon von „dummen“ Gemeinschaften die Rede, möchte ich etwas provozierend das Bild von der Herde nehmen.
Einer sagt, wo es langgeht, alle traben brav hinterher.
Das funktioniert nicht auf die Dauer.
Es kann nur funktionieren, wenn es im Alltag genau so gehandhabt wird wie mit der “inneren Belegschaft”:
Alle und jeden mit seinen Bedürfnissen einbeziehen.
Lösungen erfinden, mit denen alle gut leben können.
Das ist Arbeit.
Das sind ständig Konflikte.
Und es ist in dem Zusammenhang ganz egal, ob ich Männlein, Weiblein oder eine Mischung aus beiden bin.
Diese ständigen Auseinandersetzungen sind nicht idyllisch. Das bedeutet, dass man mitunter heiße Eisen anfasst.
Ich hoffe es ist okay, wenn ich hier sage, dass ich als Mediatorin Teamklärungen mache, weshalb ich ganz gut weiß, wovon ich rede.
Gemeinschaft heißt eben nicht Gleichmachen, Nachgeben, Harmonie als oberstes Ziel, eine Herde formen (oder ein sozialistisches Kollektiv, falls jemand das live erlebt hat.)
Sondern zuerst auseinander-setzen, und dann sehen, wie man an einem Strang ziehen kann.
Wichtig ist, dass in der gemeinsamen Aktion, im Leben und Arbeiten als Gemeinschaft, alle Bedürfnisse von Einzelnen zufrieden stellend respektiert und gewahrt bleiben.
Und zugleich, dass der Einzelne in der Lage ist, sich selbst so gut zu kennen und sich selbst seiner Fähigkeiten und Bedürfnisse bewusst ist (Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein), dass er und sie den notwendigen Auseinandersetzungen standhält.
Ein ständiger Balanceakt.
Nebenbei, wie die Gemeinschaft mit Schwachen und Kranken umgeht, sie mit trägt, ist ein weiteres wesentliches Kriterium, ob sie was taugt.
Aber das ist ein anderes Thema.
Die spannende Frage, wie die ganze Gesellschaft, Europa und die Welt gesund balanciert zwischen Individualität und Gemeinschaft organisiert werden können, wobei selbstverständlich der Einfluß unterschiedlicher Kulturen zu beachten ist, … hmmm.
Vielleicht ist ja deswegen das Internet erfunden worden?
Liebe Grüße,
Elke Kaiser
Sorry – bitte streiche den Satz “Aber das ist ein anderes Thema”.
Es ist dasselbe Thema.
Jeder hat das Recht auf seinen Platz, egal wie.